INNERRHODEN: Thomas Mainberger tritt zurück

Die Arbeitnehmervereinigung Appenzell muss an der Hauptversammlung vom 5. April eine Nachfolge ins Präsidium wählen. Der Abtretende weist ein Gerücht zurück und appelliert an Seinesgleichen.

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«Ich trete als Präsident der Arbeitnehmervereinigung nicht zurück, weil ich für das frei werdende Amt des Bauherrn in der Standeskommission kandidieren will», sagt Thomas Mainberger. Er dementiert damit ein entsprechendes Gerücht. Für Mainberger ist einfach die Zeit reif für einen Wechsel. Diesmal soll sein Rücktritt im Gegensatz zum Jahr 2014 definitiv sein. Damals habe er demissioniert, weil er als Grossratspräsident für ein Jahr keinen anderen Verpflichtungen nachgehen wollte. Hätte sich schon zu jener Zeit eine langfristige Nachfolgelösung abgezeichnet, wäre er nicht nochmals zurück ins Amt als Arbeitnehmerpräsident gekommen. «Diesmal ist es anders», sagt Mainberger. Es gebe jemanden, der interessiert sei, für die nächsten Jahre das Präsidium zu übernehmen. Noch nennt er aber keine Namen.

Der 59-Jährige kann auf zehn Jahre als Präsident zurückblicken. «Ich finde, wir konnten in dieser Zeit einiges bewegen», gibt er sich überzeugt. Konkret erwähnt er die gestiegene Fraktionsstärke im Grossen Rat. Auch sei es so, dass sie in allen Kommissionen mit mehreren Mitgliedern eingebunden seien, was ihre Einflussmöglichkeiten erhöhe. Gemäss Mainberger wird es mit grossen Anstrengungen verbunden bleiben, diesen Status quo halten zu können.

Als besondere Herausforderung für die Arbeitnehmervereinigung nennt der Abtretende die Besetzung von Standeskommissionsämtern. «Für Arbeitnehmer ist es oft sehr schwierig, bisherige berufliche Aufgaben mit einem solchen politischen Halbamt vereinen zu können.»

Nicht zum Gewerbe überlaufen

Die Arbeitnehmervereinigung zählt fast 300 Einzel- und Familienmitgliedschaften. Nebst dem Gewerbe und den Bauern gehört sie zu den wichtigsten politischen Gruppierungen in Innerrhoden. «Das Spezielle bei uns ist allerdings, dass das politische Spektrum an der Basis anders als beispielsweise in der SP sehr breit ist und deshalb gemeinsame Positionen kaum zu finden sind», sagt Thomas Mainberger. Diese Thematik hat er auch an der letztjährigen HV aufgegriffen, als er kundtat, dass etliche Arbeitnehmende sich lieber dem Gewerbeverband anschliessen würden. «Was macht das Gewerbe so sexy?», fragte er rhetorisch. Der Appell von Mainberger für die Zukunft ist entsprechend klar: «Wir können die Interessen der Arbeitnehmenden nur wahren, wenn sich diese auch in die Arbeitnehmervereinigung einbinden lassen.»

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch