INNERRHODEN: Gegen Radar-Abzocke

Der 21jährige Pascal Neff aus Steinegg will, dass auf Radarkontrollen hingewiesen wird. Deshalb hat er eine Initiative eingereicht. Zu oft stünde bei Kontrollen das Geld im Zentrum, sagt er.

Roger Fuchs
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Pascal Neff will mit einer Initiative erreichen, dass am Strassenrand auf Geschwindigkeitskontrollen hingewiesen wird. (Bild: Roger Fuchs)

Pascal Neff will mit einer Initiative erreichen, dass am Strassenrand auf Geschwindigkeitskontrollen hingewiesen wird. (Bild: Roger Fuchs)

INNERRHODEN. «Radarkästen stehen oft dort, wo sie keinen Sicherheitsnutzen bringen», sagt Pascal Neff. Und er hat genug von Kontrollen, bei denen es – auch in Innerrhoden – nur darum gehe, Geld in die Kasse zu spülen. Dieser Tage hat der 21-Jährige aus Steinegg deshalb zuhanden der Landsgemeinde 2017 eine Initiative in Form einer allgemeinen Anregung eingereicht. Ziel seiner Initiative ist es, dass künftig auf Geschwindigkeitskontrollen im Strassenverkehr hingewiesen wird; beispielsweise mittels Signalisation am Strassenrand 200 Meter vor der Kontrolle. «Jede und jeder, der dieses Schild sieht, fährt langsamer, aufmerksamer und wird darauf sensibilisiert, dass besagte Stelle ein Risiko in sich birgt», sagt Pascal Neff. Der langfristige Lerneffekt sei grösser, als bei einer reinen Kontrolle. «Ein unaufmerksamer Fahrer, der beispielsweise am Natel herumdrückt, fährt trotz solcher Warnungen in den Radar und wird gebüsst.» Zu Recht, wie Neff findet. Die permanente Ablenkung sei das grösste Risiko im Strassenverkehr. Der Betreffende brauche sich nach einem Hinweis auf den Radar aber nicht mehr über die Busse zu ärgern. Ein Schild sei auch eine Legitimation der Kontrolle. Wie der Initiant weiter ausführt, gibt es etliche Länder, die Hinweise auf Radarkontrollen kennen würden. Konkret nennt er Schweden, England, Frankreich, Polen, Italien, Niederlande und Spanien.

Neff hat noch kein grosses Bussenregister

Pascal Neff studiert seit einem Jahr Betriebswirtschaft an der Hochschule St. Gallen. Zwischen dem Studienbeginn und der Matura am Gymnasium St. Antonius in Appenzell lagen ein Jahr Militär, wo er als Motorfahrer viel auf den Strassen unterwegs war. Wohl auch deshalb sei ihm die Sicherheit im Strassenverkehr extrem wichtig geworden. So findet er es beispielsweise entscheidender, dass in Dörfern vor engen Stellen oder bei Schulen und bei hohem Touristenaufkommen auf gefährliche Passagen hingewiesen wird, als dass mit Radarkästen viel Geld gemacht würde. Selbst besitzt Pascal Neff seit drei Jahren den Fahrausweis. Ob ihm die Geschwindigkeitskontrollen auch wegen persönlicher Bussen ein Dorn im Auge sind? «Nein», sagt Neff, «ich habe erst einmal eine Busse von 40 Franken bekommen.»

Weil die Initiative in Form einer allgemeinen Anregung eingereicht wurde, hat der Grosse Rat bei einem Einverständnis einen Entwurf zuhanden der Landsgemeinde auszuarbeiten. Bei Ablehnung legt er die Anregung mit einem allfälligen Gegenvorschlag der Landsgemeinde vor.