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INNERRHODEN: FDP betritt Neuland

Rund ein Dutzend Leute haben sich um Gido Karges und die FDP Appenzell Innerrhoden geschart. Die Neugründung wird von anderen Parteien begrüsst. Fraglich ist, ob Parteipolitik nun an Wert gewinnt.
Elias Eggenberger
Der Vorstand ad interim der FDP AI: Josef Holderegger, Stefan Millius, Livia Wyss, David Zimmermann, Gido Karges. (Bild: PD)

Der Vorstand ad interim der FDP AI: Josef Holderegger, Stefan Millius, Livia Wyss, David Zimmermann, Gido Karges. (Bild: PD)

Elias Eggenberger

elias.eggenberger@ appenzellerzeitung.ch

Die Gründung der FDP Appenzell Innerrhoden wurde am Wochenende publik. Initiant ist Gido Karges. Der studierte Betriebsökonom ist Geschäftsführer der Straub Medical AG. Der 47-jährige schweizerisch-deutsche Doppelbürger wohnt mit seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern in Appenzell. «Bereits vor 20 Jahren, als das Baugesetz revidiert wurde, stand die Idee der Gründung einer FDP zur Diskussion», sagt er. Doch daraus wurde damals nichts. Karges wagte den Schritt schliesslich: «Vor eineinhalb Jahren begann ich, die Idee mit Gleichgesinnten zu diskutieren.» Die Notwendigkeit der FDP sieht er vor allem in gesellschaftspolitischen Themen.

Mit dem Gewerbeverband habe man bereits einen Vertreter wirtschaftspolitischer Ansichten. «In Innerrhoden wird Personalpolitik und nicht Parteipolitik gemacht», so Karges. Trotzdem sei eine Aufbruchstimmung bei den Parteien ersichtlich. Die SP wurde vor rund fünf Jahren gegründet, die SVP formierte sich neu. Die FDP sei eine Bereicherung der Inner­rhoder Politlandschaft, so Karges. «Es gibt Leute in Innerrhoden, die politisch ungenügend vertreten sind. Mit der Gründung unserer Partei füllen wir eine Lücke.» Der CVP den Platz als stärkste Partei streitig machen, will aber niemand. «Wir wollen Innerrhoden nicht auf den Kopf stellen.» Grundsätzlich zeigt sich Karges zufrieden mit der Politik im Kanton. Grosse Stellungnahmen zu politischen Themen machte die FDP über das Wochenende noch keine. Der Grundsatz ist aber klar: «Der Bedarf nach Liberalisierung besteht in der ganzen Schweiz, auch in Innerrhoden. Ich denke da an diverse Gesetzesartikel, bei denen man sich fragen muss, ob diese in der heutigen Zeit überhaupt notwendig sind.» Erfreut zeigt sich Karges über das positive Echo und die Altersdurchmischung in der Partei. Viele Privatpersonen hätten bereits am Wochenende ihren sofortigen Beitritt gegeben. Darunter seien auch jüngere politisch Interessierte. «Von 23 Jahren aufwärts haben wir fast alle Generationen in der Partei vertreten. Rentner, Erwerbstätige und Studenten.» Karges geht davon aus, dass die Partei in der Anfangsphase stark wachsen wird. «Danach müssen wir uns beweisen, beispielsweise im Abstimmungskampf. Dann werden wir das Echo abwarten.» Als nächstes wird die FDP im Herbst eine offizielle Mitgliederversammlung abhalten. Dann wird der Vorstand, der bisher nur ad interim ist, gewählt. Zu gegebener Zeit will die FDP auch im Wahlkampf aktiv werden. Ruedi Angehrn, Präsident der CVP AI, sieht keine Nachteile in der Gründung der FDP: «Parteipolitische Vielfalt unterstütze ich. Das fördert den Wettbewerb.» Mit der FDP seien nun alle Bundesratsparteien in Innerrhoden aktiv. «Die Parteien werden wichtiger in unserem Kanton. Man muss sich fragen, was es heisst, parteilos zu sein und keinen politischen Heimathafen zu haben. Ich denke, dass Parteien künftig auch bei den Wahlen eine wichtigere Rolle spielen werden», so Angehrn. Bisherige Sympathisanten der CVP würden den Schritt nun vielleicht wagen und der Partei beitreten. «Es ist nicht so, dass uns die Neugründung in Angst versetzt», ist Angehrn zuversichtlich. In Bereichen, in denen sich das Parteiprogramm überschneidet, kann er sich eine Zusammenarbeit mit der FDP vorstellen. Auch die SP reagiert erfreut über die Neugründung: «Wir sind positiv überrascht», sagt Martin Pfister, Präsident SP AI. Innerrhoden solle parteipolitisch stärker werden. «Auch wenn die FDP nicht auf unserer Linie politisiert, unterstützen wir die Ideenvielfalt im Kanton.»

Der Gewerbeverband bleibt eher verhalten. «Die FDP ist eine Partei, die im Sinne des Gewerbes politisiert. Auf die Gründung gewartet haben wir aber nicht», so Präsident Albert Manser.

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