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INNERRHODEN: Ein Beitrag zur Spitaldebatte

Ob sich der Kanton ein eigenes Spital leisten soll, wird das Volk an der Landsgemeinde entscheiden. Einen Beitrag zur Meinungsbildung bot das Referat von SVP-Nationalrat Heinz Brand.
Karin Erni
«Der Berset-Bericht zu den Kostensenkungsmassnahmen sieht keine Spitalschliessungen vor», sagt Gesundheitspolitiker Heinz Brand. (Bild: Karin Erni)

«Der Berset-Bericht zu den Kostensenkungsmassnahmen sieht keine Spitalschliessungen vor», sagt Gesundheitspolitiker Heinz Brand. (Bild: Karin Erni)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Rund 40 Teilnehmer waren am Freitagabend der Einladung des Kantonalen Gewerbeverbands ins Restaurant Alpenblick in Schwende gefolgt. Auf dem Programm stand ein Referat des SVP-Nationalrates Heinz Brand zum Thema: «Kleinspitäler – medizinisch sinnvoll und wirtschaftlich möglich?» Mit dem Bündner hat der Gewerbeverband einen ausgewiesenen Gesundheitspolitiker als Referenten gewinnen können. Er ist seit 2015 Präsident des Krankenkassenverbands Santésuisse. 20 Jahre war er im Vorstand und zwölf Jahre Präsident der Prättigauer Gesundheitsversorgung Flury Stiftung. Dieser gehört das Spital Schiers, das immer wieder als Vergleichsgrösse für das Spital Appenzell herangezogen wird.

Er werde keine Abstimmungsempfehlung abgeben, sagte Brand einleitend. Er versprach aber, Hintergrundinfos zu liefern und verschiedene Aspekte des Themas zu beleuchten.

Stiftung hatte Erfolg mit Neubau

Das Spital des Prättigauer Dorfes Schiers war vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation wie jenes von Appenzell. Brand war zu der Zeit Präsident der Trägerstiftung. «Wir kamen zum Schluss, dass eine Sanierung unbezahlbar wäre. Das hiess aufhören oder neu bauen.» Man habe sich für den 40 Millionen Franken teuren Neubau entschieden. Das Spital steht in harter Konkurrenz mit einem halben Dutzend Spitälern der Region. Obwohl die Bettenzahl auf 41 reduziert worden sei, sei es gelungen, die Anzahl Spitalaustritte, welche die Messlatte bilden, von 1700 auf 2400 pro Jahr zu erhöhen. Der Erfolg sei auf den gestiegenen Komfort und die Kombination der medizinischen Grundversorgung mit einem attraktiven Angebot zurückzuführen, das immer wieder den Patientenbedürfnissen angepasst werde. Für das neue Spital sei es leichter geworden, Ärzte und Pflegepersonal verpflichten zu können, da diese wieder Vertrauen in den Arbeitgeber hätten.

Damit ein Kleinspital überleben könne, müssten einige Punkte beachtet werden, so Brand. «Es muss in erster Linie attraktiv und vertrauenswürdig für die Patienten sein.» Unabdingbar sei eine «absolut gute» Einrichtung, es solle aber nur das angeschafft werden, was man wirklich brauche. Eine straffe, ergebnisorientierte Führung nannte er als weiteren Punkt und: «Keine Einmischung der Politik. Ein Spital muss ausschliesslich nach betriebswirtschaftlichen Kriterien geführt werden.» Ein Kleinspital müsse sich auf seine Kernkompetenzen beschränken, so Brand. «Seine Chancen liegen im schnellen Reagieren auf die Entwicklungen im Gesundheitswesen.» Bei der Qualitätssicherung bestehe generell Optimierungsbedarf in der Schweiz, führte Brand weiter aus. «Ein System mit Mindestfallzahlen bedeutet den Tod der Kleinspitäler und bietet keine Qualitätsgarantie.»

Direkte Vergleiche sind nur bedingt möglich

Als Präsident des Krankenkassenverbandes Santésuisse sei er interessiert daran, dass sich Investitionen in Spitäler nicht in Tariferhöhungen niederschlagen, sagte Heinz Brand. «Eine Abwanderung der Patienten nach St. Gallen wird zu höheren Prämien für die Innerrhoder Bevölkerung führen», warnte er. Kleinspitäler hätten per se bessere Kostenstrukturen. Wichtig sei die korrekte Überweisung der Fälle. «Einfache gehören ins Regionalspital, nur komplizierte ins Kantonsspital oder in eine Uniklinik.» Hier seien gute Kooperationen mit den Hausärzten als Zuweiser wichtig.

Auf die Frage aus dem Publikum, ob das Spital Schiers über einen Magnetresonanztomografen verfüge, antwortete Brand, man habe nachträglich ein solches Gerät anschaffen müssen, weil sich gezeigt habe, dass man ohne bildgebende Verfahren keine orthopädischen Fälle mehr zugewiesen erhalte. Diese seien in einer Skiregion zahlreich. Auf die Frage, warum man in Schiers nicht ausschliesslich mit Belegärzten arbeite, antwortete Brand, sie hätten zusätzlich Chefärzte, um den medizinischen Grundbetrieb gewährleisten zu können. «Ausserdem wollten wir uns in der Aus- und Weiterbildung der Ärzte engagieren.»

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