Innerrhoden als neues Familienmitglied

Die Kantonsverwaltung von Innerrhoden wird neues Mitglied der Familienplattform Ostschweiz. Damit will sie ihre Bestrebungen verdeutlichen, eine wirkungsvolle Familienpolitik zu betreiben. Als Arbeitgeber sieht man sich manchmal in der Zwickmühle.

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Rico Roduner, Leiter des Innerrhoder Personalamts, und Corinne Indermaur, Geschäftsführerin der Familienplattform Ostschweiz. (Bild: pd)

Rico Roduner, Leiter des Innerrhoder Personalamts, und Corinne Indermaur, Geschäftsführerin der Familienplattform Ostschweiz. (Bild: pd)

APPENZELL. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei wichtig, vor allem im Hinblick darauf, «dass wir jungen Menschen alles offen lassen – die Lehre oder das Studium nach Wahl», begründet Rico Roduner den Beitritt von Innerrhoden zur Familienplattform Ostschweiz (FPO). Der Leiter des Innerrhoder Personalamts verbindet damit gemäss einer Medienmitteilung auch Hoffnung, dass junge Menschen später in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen.

Beliebte Teilzeitstellen

Derzeit wird im Kanton häufig noch das traditionelle Familienmodell gepflegt. Doch die Bedürfnisse in der Gesellschaft verändern sich. «Wir stellen fest, dass sich insbesondere junge Frauen nach dem Mutterschaftsurlaub um eine Teilzeitstelle bemühen, damit sie weiterhin am Arbeitsleben und dessen Entwicklungen teilhaben können», wird Roduner in der Mitteilung weiter zitiert. Als Arbeitgeber sehe man sich manchmal in der Zwickmühle: Einerseits wolle man gut ausgebildete Arbeitnehmerinnen gerne behalten, selbst wenn das Pensum kleiner werde und eine andere Teilzeitmitarbeiterin gesucht werden müsse. Andererseits könne eine Stelle nicht beliebig aufgeteilt werden. Die Verwaltung sei gegenüber dem Volk dafür verantwortlich, dass die Steuermittel verantwortungsvoll und effizient eingesetzt werden, denn: «Nicht alles, was wünschbar wäre, ist wirklich machbar.»

Ostschweizweit vernetzt

Innerrhoden sieht seinen Vorteil der Mitgliedschaft bei der FPO darin, dass man in Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie überkantonal zusammenarbeiten könne. Dies sei umso wichtiger, weil ein Teil der Mitarbeitenden nicht im Kanton wohne: «Die Kinder von Mitarbeitenden gehen beispielsweise unter anderem in St. Gallen, Wil oder Bischofszell zur Schule oder werden dort betreut. Wenn dann ein Problem auftaucht, sind wir froh um die Vernetzung in der Ostschweiz.»

Zum anderen kann der Kanton so seinen Mitarbeitenden eine Dienstleistung anbieten, die er mit eigenen Mitteln nicht hätte aufbauen können. Für Rico Roduner steht fest: «Mitarbeitende, die ihre Kinder gut aufgehoben wissen, sind konzentrierter am Arbeitsplatz, sind zufriedener und bleiben uns länger erhalten.» Für den Beitritt ausschlaggebend gewesen sei überdies die breite Palette an Unterstützungsangeboten. Dazu gehöre das Internetportal der FPO mit Betreuungsangeboten und Dienstleistungen für Familien mit Kindern oder für ältere Menschen. FPO-Geschäftsführerin Corinne Indermaur hebt zudem hervor, dass die Mitarbeitenden der kantonalen Verwaltung nun die Beratungsdienstleistungen per sofort kostenlos in Anspruch nehmen können. Sie ist überzeugt von einem langfristigen Wert für die Volkswirtschaft. (pd)