Infizierter Besa-Funktionär: Wie der FC Herisau auf den erneuten Corona-Unterbruch reagiert hat

Drittligist FC Herisau ist nach einem Coronafall bei einem Testgegner zurück im normalen Modus. Am 22. August beginnt die neue Saison.

Lukas Pfiffner
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Der FC Herisau ist wieder am Ball: Hier im Bild in einem Spiel der Saison 2018/19 mit Cristian Tolino, dem Sohn des sportlichen Leiters.Bild: Lukas Pfiffner

Der FC Herisau ist wieder am Ball: Hier im Bild in einem Spiel der Saison 2018/19 mit Cristian Tolino, dem Sohn des sportlichen Leiters.Bild: Lukas Pfiffner

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«Wir freuen uns auf euch!», schrieb Marco Pola vor drei Wochen auf die Facebookseite des FC Herisau. Der Trainer des FC Teufen nahm damit Bezug auf das für den 26. Juni angesetzte Testspiel zwischen den Ausserrhoder Drittligisten. Die Partie kam aber nicht zur Austragung - wegen eines Coronafalls.

Am 20. Juni trat Herisau im Gründenmoos zur Vorbereitung gegen den FC Besa St.Gallen an und gewann 5:1. Zwei Tage später erfuhren Herisaus Verantwortliche, dass auf Seite des Gegners ein Funktionär positiv auf Corona getestet worden war.

«Wir haben im Vorstand schnell entschieden, im ganzen Verein den Trainings- und Spielbetrieb für zehn Tage auszusetzen, also auch bei den Junioren», sagt Herisaus sportlicher Leiter, Salvatore Tolino. Der Mann sei zwar nicht im Garderobetrakt gewesen und habe sich hinter der Bank der St.Galler aufgehalten. «Aber wir wollten auf Nummer sicher gehen.» Auch bei Besa wurden Spiele und Trainings vorübergehend gestrichen.

Individuelle Aufgaben für die Spieler

Tolino war intensiv im Kontakt mit dem Besa-Trainer und dem betroffenen Funktionär. «Die Kommunikation war jederzeit offen und korrekt.» Weitere positive Tests aus dem Besa-Umfeld gab es nicht. Ein paar Herisauer Spieler haben sich nach Auskunft von Salvatore Tolino ebenfalls testen lassen. Die einen hätten es aus freien Stücken getan, bei anderen habe dies der Arbeitgeber gewünscht. Man habe im Verein aber keinen Fall zur Kenntnis nehmen müssen. Tolino sagt:

«Darüber sind wir natürlich froh. Speziell war die Situation schon, aber wir können Besa keinen Vorwurf machen.»

Während der zehntägigen Pause des Mannschaftstrainings gaben Trainer Domenico Troccoli und Assistent Costa Simoglou den Spielern individuelle Aufgaben. Man sei körperlich in einer guten Verfassung, erzählt Tolino. Anfangs Juli hat die erste Mannschaft wieder mit dem gemeinsamen Training angefangen. Im Herisauer Nachwuchs ist die Situation nicht bei allen Teams gleich. «Einige trainieren aktuell auch. Andere machen Ferien, weil derzeit viele Junioren abwesend sind.»

Nächster Anlauf zur Rückkehr

Absteiger Herisau dominierte die Vorrunde der Gruppe 4 deutlich. Zehn Siege, ein Unentschieden und keine Niederlage standen bis zur Winterpause zu Buche. Fünf Punkte betrug der Vorsprung auf Verfolger Flawil. Es sei hart gewesen, den Saisonabbruch und das Verbandsverdikt (kein Aufsteiger, kein Absteiger) entgegenzunehmen. «Die Enttäuschung darüber war natürlich vorhanden. Aber jetzt hat die Mannschaft grosse Lust, in der kommenden Saison einen neuen Anlauf zu nehmen und sich den Aufstieg zurück in die 2. Liga zu erkämpfen.»

Ein Nachteil ergebe sich aus dem coronabedingten Unterbruch wohl nicht. Das Kader blieb in diesem Sommer praktisch komplett zusammen. Einzelne Spieler sind schon in der Winterpause zum FCH gestossen (wie die Rückkehrer Marvin Müller und Joel Kurzbauer), aber aus den bekannten Gründen ohne Ernstkampf geblieben.

Am 22. August beginnt Herisau die Meisterschaft. Bemerkenswert: Es stehen zunächst vier Auswärtsspiele in Folge auf dem Programm, auch das Cupspiel der zweiten Vorrunde gegen Speicher ist auf fremdem Terrain angesetzt. Das wegen des coronabedingten Rückzugs ausgefallene Testspiel in Teufen holt Herisau am Dienstagabend nach.

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