Infanterie übt im Toggenburg

Das Infanterie-Bataillon 61 absolviert seinen WK 2013 im Toggenburg. Die Angehörigen der Armee sind in der Halbzeit des WK. Das Ziel ist es, in Gefechtsschiessen im Kompanieverband das anzuwenden, was die Wehrmänner in den beiden letzten Jahren gelernt haben.

Martin Knoepfel
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In Wattwil sind unter anderem Radpanzer gesichert abgestellt. (Bild: Martin Knoepfel)

In Wattwil sind unter anderem Radpanzer gesichert abgestellt. (Bild: Martin Knoepfel)

TOGGENBURG. Sie fallen auf, trotz den Tarnanzügen. Und natürlich stechen die Militärfahrzeuge auf den Strassen ins Auge. Momentan sind zahlreiche Angehörige der Armee im Dienst im Toggenburg. In Wattwil sind Militärfahrzeuge an der Rietwiesstrasse in einem temporären, mit Sichtschutzblachen und Stacheldraht geschützten Parkplatz abgestellt.

Ganzes Bataillon im WK

Gegenwärtig absolviere das Infanterie-Bataillon 61 der Panzerbrigade 11 im Toggenburg seinen WK, sagt Giorgio Krüsi, Informationschef des Heeres. Das Bataillon sei in der zweiten Woche des WK. Das Bataillon ist motorisiert und hat seit zwei Jahren neue Aufgaben wie Sperren, Halten und Angreifen innerhalb der Panzerbrigade 11 zu erfüllen. Es setzt sich nach Angaben auf der Homepage vor allem aus Ostschweizern zusammen.

Das Infanterie-Bataillon umfasst nach Auskunft von Hauptmann Silvan Amberg, Adjutant beim Bataillons-Kommando, aktuell 745 Angehörige der Armee. Das ganze Bataillon sei im Toggenburg im WK, sagt Amberg. Der Stab ist in Unterwasser stationiert und die Stabskompanie in Wildhaus. Die vier Kompanien sind in Wattwil, Eschenbach, Stein und Nesslau untergebracht. Bisher sei der WK unfallfrei verlaufen. Der Bataillons-Kommandant lege grossen Wert auf die Sicherheit, sagt Amberg. Die Ausbildung der Infanterie erfolge vor allem auf den Schiessplätzen Cholloch, Säntisalp, Älpli, Walenberg und Wideralp, antwortet Amberg. In den Jahren 2011 und 2012 fanden die WK des Bataillons in Walenstadt/Luzisteig und in Bure statt.

Ausbildung in Verteidigung

Das Motto des WK 2013 lautet «Gemeinsam anpacken». Das Infanterie-Bataillon 61 sei eines von nur zwei Infanterie-Bataillonen, die in der Kernkompetenz Verteidigung geschult würden, antwortet Amberg. Im laufenden WK würden Gefechtsschiessen im Kompanieverband im Gelände durchgeführt. Dabei gehe es darum, das in den beiden letzten WK Gelernte anzuwenden. Zugleich ist das Infanterie-Bataillon 61 bis zum Ende des WK die Bereitschaftsformation der Armee. Bei einer Katastrophe könnte es betroffenen Kantonen Unterstützung leisten.

Der Dienstbetrieb bringt unter anderem Lärm und Verkehrsbehinderungen mit sich. Profitieren nun die Regionen, in denen militärische Kurse stattfinden, wirtschaftlich von der Anwesenheit der Truppe? Die Fouriere und Quartiermeister seien gehalten, soweit möglich lokal einzukaufen, antwortet Krüsi. Fouriere und Quartiermeister sind neben vielem anderem für den Einkauf der Lebensmittel für die Truppe zuständig.

Und wie steht es mit den Restaurants? Früher hätten das mittlere und obere Toggenburg sowie das Oberland und Walenstadt stark vom Militär gelebt, sagt der Präsident von Gastro St. Gallen, der Staader Josef Müller. In der Kantonshauptstadt, am Bodensee oder im Rheintal sei dagegen das Geschäft mit der Truppe nie so wichtig gewesen. Müller nennt als Beispiel die «Traube» in Ebnat-Kappel, die sieben- oder achtmal im Jahr einen Bataillonsstab habe beherbergen können. Wobei Müller gleich anfügt, dass nicht nur Restaurants und Hotels, sondern auch Bäcker und Metzger weniger militärische Kundschaft haben als vor 30 oder 40 Jahren. Heute solle man diesen Zusatzverdienst nicht mehr überbewerten. Müller sieht vor allem drei Gründe für diese Entwicklung. So werde in der Armee heute anders gekocht als früher. Dazu komme, dass die Ausbildung intensiver geworden sei. Sprich: Die Wehrmänner haben weniger Ausgang im Vergleich zu früher. Und schliesslich hätten die meisten Angehörigen der Armee heute weniger Geld für den Ausgang zur Verfügung.

Die Fahnenübernahme fand auf der Schwägalp statt. (Bild: pd)

Die Fahnenübernahme fand auf der Schwägalp statt. (Bild: pd)

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