In Lütisburg gibt es eine Kampfwahl

Die Bürgerversammlung von Lütisburg genehmigt alle Geschäfte und damit auch die Senkung des Steuerfusses um 15 Prozent. Hans-Peter Eisenring wird nach 19 Jahren als Gemeindepräsident verabschiedet. Urs Schönenberger stellt sich als dritter Gemeinderatskandidat vor.

Albert Büchi
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lütisburg. Mit 145 anwesenden Stimmberechtigten darf die Bürgerversammlung in Lütisburg vom Dienstagabend als gut besucht bezeichnet werden. Das lag vielleicht an der Tatsache, dass es die letzte Versammlung unter der Leitung von Hans-Peter Eisenring war. Der langjährige Gemeindepräsident wurde nicht nur selbst gewürdigt, er nahm auch Verabschiedungen vor. Für Vizepräsident Walter Räss und Gemeinderätin Anita Lusti war es ebenfalls die letzte Versammlung als Behördenmitglieder.

Nach der Einstimmung durch die Musikgesellschaft Lütisburg und im Anschluss an die Schulbürgerversammlung erläuterte Hans-Peter Eisenring die Jahresrechnung, die mit einem Gewinn von über 155 000 Franken abschloss. Das Budget, basierend auf einem Steuerfuss von 147 Prozent, sieht einen kleinen Gewinn vor. «Ich habe noch von keiner anderen Gemeinde gehört, die in diesem Mass reduziert», meinte Eisenring. Alles sei sorgfältig geprüft worden.

Jahresrechnung und Voranschlag, und damit auch die Steuerfusssenkung um 15 Prozent, wurden diskussionslos und einstimmig genehmigt.

Drei neue Bürger

Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde die Auflösung des Abwasserverbandes Gonzenbach beschlossen. Die vom Gemeinderat beantragten Einbürgerungen des deutschen Ehepaars Katharina und Gerhard Bader-Hermann (evangelischer Pfarrer) sowie von Bujamin Redzepi aus Mazedonien gaben zu keinen Diskussionen Anlass.

Der dritte Mann

Der 35jährige, parteilose Urs Schönenberger aus Tufertschwil ergriff das Wort und empfahl sich als Kandidat für den Gemeinderat. Von den Ortsparteien wurden Cécile Zehnder und Werner Grob bereits nominiert. Damit kommt es am 25. April also zu einer Kampfwahl um die zwei Gemeinderatssitze.

Hatte Hans-Peter Eisenring bis jetzt locker durch die Versammlung geführt, stockte er bei der Verabschiedung von den Gemeinderäten Walter Räss und Anita Lusti. Sichtlich ergriffen überreichte er den beiden Ratskollegen Geschenke.

Walter Räss als Vizepräsident bezeichnete in seiner Laudatio Eisenring als «unerschütterlichen Optimisten», der für die Gemeinde in den letzten 19 Jahren sehr viel geleistet habe. Für Remo Walder, Präsident des Verkehrsvereins, war der Abtretende ein «sensationeller Botschafter und Werber für Lütisburg». Schulpräsident Felix Tschirky lobte die gute Zusammenarbeit.

Hans-Peter Eisenring durfte ein Windrädli, eines von Lütisburgs Markenzeichen, und eine Schwemmholzskulptur in Empfang nehmen und wurde mit lang anhaltendem Applaus bedacht.

Das grosse Schweigen

Am Freitag hatte die Gemeinde über das Ergebnis der Mediation betreffend Problemen im Gemeinderat berichtet. Sämtliche Beteiligten verpflichteten sich in der Erklärung, keine weiteren Auskünfte zu erteilen.

Wortmeldungen aus der Reihe der Bürgerinnen und Bürgern waren an der Versammlung nicht erwünscht. Reaktionen aus der Bevölkerung lassen jedoch darauf schliessen, dass damit der Gerüchteküche nicht Einhalt geboten wird.

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