In Lappland unterwegs

Während einer Woche waren zwei Gruppen von Nordic-Sport Kirchberg in Finnland auf einer Hundeschlitten-Wildnistour unterwegs. Es ist Winter in Lappland im Norden von Finnland, 150 Kilometer nördlich des Polarkreises.

Peter Künzle
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Die Kirchberger Gruppe wanderte mit Schneeschuhen auf dem Äkäskero. (Bild: pd)

Die Kirchberger Gruppe wanderte mit Schneeschuhen auf dem Äkäskero. (Bild: pd)

Während einer Woche waren zwei Gruppen von Nordic-Sport Kirchberg in Finnland auf einer Hundeschlitten-Wildnistour unterwegs.

Es ist Winter in Lappland im Norden von Finnland, 150 Kilometer nördlich des Polarkreises. Tief verschneit zeigt sich die unendlich weite Landschaft mit riesigen lichten Wäldern und unzähligen zugefrorenen Seen und Sumpfgebieten, abgerundet durch flache, unbewaldete Hügel. Die Sonne scheint jetzt wieder länger und trotzdem steigt die Temperatur nicht über minus 20 Grad. So unendlich die Weite erscheint, so eindrücklich ist auch die Stille. Nur das regelmässige Hecheln der Hunde, die einen Schlitten und ihren Musher ziehen, ist zu hören.

Die Arbeit mit den Hunden ist anspruchsvoll und spannend. Jedes Tier hat einen eigenen Charakter und will verstanden und geleitet werden. Der Musher muss auch viele Alltagsarbeiten erledigen, die Hunde füttern, die Pfoten kontrollieren einspannen, darauf achten, dass keine Leine durchgebissen wird, bei der Fahrt das Tempo kontrollieren, die Tiere wieder richtig einspannen, wenn sie sich zur Abkühlung im Schnee wälzen und die Seile einen Knoten bilden.

Vier Frauen und vier Männer sind in dieser Gruppe dabei, die je ein Gespann mit vier bis sechs Hunden lenken. Jeden Tag legen sie zwischen 50 und 70 Kilometer zurück und benötigen dafür fünf bis sechs Stunden. Nach fünf Tagen haben sie 284 Kilometer zurückgelegt, gerade mal die Strecke von Kirchberg nach Genf.

Wenn die Sonne hinter dem Horizont versinkt, erreicht die Gruppe die Hütte, die Unterschlupf für eine Nacht bietet. Die einfachen Holzhäuser sind klein, der Platz für acht Personen sehr eng. Es gibt weder Wasser noch Elektrizität, von Dusche und WC ganz zu schweigen. Nach dem Eintreffen gibt es viel zu tun. Die Hunde erhalten als erste Futter. Die Wohnhütte und die Sauna werden eingeheizt. Das Wasser wird meist im nahegelegenen See geholt. Dazu wird mit einem Eisbohrer und einer Harpune ein Loch in die Eisdecke geschlagen. Später, nach dem Kochen und Essen, kommt das Vergnügen. Die Gruppe verzieht sich in die Sauna und beim Schwitzen werden die neuesten Erlebnisse ausgetauscht.

Die Kirchberger Gruppen verbrachten vor und nach der Hundeschlittentour je einen Tag in der Lodge. Sie machten eine Schneeschuhtour auf den Äkäskero. Die Toggenburger machten sich auch zweimal mit Langlaufski auf die Loipe. Noch ein letzter Abend in der Logde und dann startete die Gruppe zur Heimreise, zuerst mit dem Bus nach Kittilä und dann mit dem Flugzeug via Helsinki zurück in die Schweiz. Und hier im Toggenburg schweifen die Gedanken immer wieder hinauf nach Lappland zu Haldir, Lola, Lilly und Buddy, meinem Hundeteam.

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