In Herisau fährt man für einen Fünfliber von Beiz zu Beiz

Taxiunternehmer Guido Bremgartner bietet einen besonderen Service gegen das Januarloch an.

Karin Erni
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Guido Bremgartner stellt seine Flotte kontinuierlich auf Elektrotaxis wie diesen Mercedes um.

Guido Bremgartner stellt seine Flotte kontinuierlich auf Elektrotaxis wie diesen Mercedes um.

Bild: Karin Erni

Für nur fünf Franken pro Fahrt befördert das A1-Taxi Kundinnen und Kunden zwischen den Gastrobetrieben im Dorf Herisau. Mit dieser Dienstleistung wolle er die Wirte unterstützen, die unter dem Januarloch leiden, so Bremgartner.

«Die Fahrgäste sollen dank der günstigen Fahrpreise das hiesige Gewerbe kennen lernen oder wiederentdecken können.»

Es gibt allerdings einige Restaurants, die sich ausserhalb des definierten Radius befinden. Darunter sind beispielsweise die «Kantonsgrenze», der «Rechberg» oder der «Sternen Buchschachen». Für die Fahrt an diese Ziele sind elf Franken fällig. Die Leute beklagten oft, dass ein Taxi teuer sei, sagt Bremgartner. «Doch im Vergleich zu einer Busse, einem Billettentzug oder gar einem Unfall kostet eine Fahrt wenig.» Hauptverantwortlich für die Preise seien bekanntermassen die hohen Personal- und Lohnnebenkosten in der Schweiz.

Eine weitere Bedingung zur Nutzung des Service ist, dass die Kunden bereits vor Antritt der Fahrt bezahlen und dem Chauffeur ein angemessenes Trinkgeld entrichten. Ob der Gast das angefahrene Lokal auch wirklich beehrt oder in der Nähe etwas anderes unternimmt, könne er nicht kontrollieren, sagt Guido Bremgartner. «Schlaumeier gibt es natürlich immer.» Er habe schon früher während der Fasnacht ähnliche Aktionen durchgeführt. Auch für das Restaurant Rüti in Herisau befördert das A1-Taxi die Gäste für diesen Spezialpreis. Verdienen könne man mit dieser Aktion natürlich nichts, räumt der Unternehmer ein. «Aber es ist eine gute Werbung und demonstriert unseren Goodwill.» Bis jetzt sei der Service noch nicht sehr oft genutzt worden, obwohl er seine Chauffeure bereits im November angewiesen hat, in den Herisauer Lokalen Flyer für die Aktion aufzulegen. Die Wirte können dem Taxiunternehmen bei Erfolg der Aktion einen freiwilligen Beitrag entrichten. Auf den Flyern ist die entsprechende Kontonummer angegeben.

Trotz Ausbaus des öffentlichen Verkehrs werde das Taxi als Transportmittel noch immer gut genutzt, sagt Guido Bremgartner. Die Kundschaft verteile sich quer durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten. Tagsüber chauffieren die Fahrer eher ältere Menschen zu Besorgungen oder Geschäftsleute auf den Zug. Am Abend und in der Nacht nutzen vorwiegend jüngere Personen, die im Ausgang sind, den Service. Die Firma A1-Taxi führt zusätzlich Kurierdienste für Spitäler oder Labors aus. Bis ins Jahr 2015 sei das im Jahr 2009 als Einmannbetrieb gegründete Unternehmen stetig bis auf acht Fahrzeuge gewachsen. Dann seien einige Mitbewerber auf den Plan getreten. Heute verfügt die Firma über eine Flotte von sechs Fahrzeugen, mehrheitlich mit Allradantrieb. Doch Bremgartner will nicht klagen. «Wir haben einen guten Ruf bei den Kunden und eine Telefonnummer, die man sich leicht merken kann.»