In Gais weht am Sonntag ein literarischer Wind

Acht Autoren aus der Region lesen am Sonntag im Rahmen des 1. Herbst-Sturm-Lesens in der Sturmbeiz Starkenmühle aus ihren Texten. Darunter sind nicht nur Amateure. 

Claudio Weder
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Anita Glunk, Autorin aus Gais, hat das Herbst-Sturm-Lesen ins Leben gerufen. (Bild: APZ)

Anita Glunk, Autorin aus Gais, hat das Herbst-Sturm-Lesen ins Leben gerufen. (Bild: APZ)

Die Sturmbeiz Starkenmühle in Gais liegt direkt an der Langlauflopie. Im Winter steht sie Wanderern und Langläufern zum Aufwärmen und Verpflegen zur Verfügung. Am Sonntag, 17. November, wird die Sturmbeiz aber keine Wintersportler, sondern vor allem Autoren und Literaturfans beherbergen. Denn das Lokal wird zum Austragungsort des 1. Herbst-Sturm-Lesens, bei dem acht Appenzeller Autorinnen und Autoren aus ihren Texten vorlesen werden.

Die Idee dazu hatte die Gaiser Mundart-Autorin Anita Glunk. Vor einigen Wochen veranstaltete sie in der Sturmbeiz eine kleine Lesung mit musikalischer Begleitung. «Das ist so gut angekommen, dass wir die Idee weiter spinnten und einen grösseren Anlass entstehen liessen», sagt sie.

Vom Teenager bis zum Literaturpreisträger

Acht Autoren aus der näheren Umgebung konnte Glunk gewinnen, darunter sowohl Profis als auch Amateure. An der Lesung teilnehmen werden unter anderem Ralf Bruggmann (Gewinner des Literaturland-Wettbewerbs im Jahr 2016), Esther Ferrari, Abdullah Dur oder Angelika Wessels. Durch den Anlass führt Moderator Reto Pfändler.

«Ob Krimi, Anekdote oder Gedicht – es ist für jeden Geschmack etwas dabei», sagt Glunk. Auch das Alter der Teilnehmenden sei bunt durchmischt und reiche vom 12-jährigen Teenager bis zum 82-jährigen Senior. «Mit dem Programm wollen wir ein möglichst breites Publikum ansprechen», sagt Glunk. Sie selbst ist Autorin von Kolumnen und Kurzgeschichten, werde am Sonntag aber höchstens ein Gedicht in der Mittagspause vortragen. Die restliche Zeit über ist sie mit der Organisation des Anlasses beschäftigt.

Literatur zugänglich machen

Mit dem Anlass will die Autorin der Literatur zu einem Imagewandel verhelfen. «Viele Leute schrecken zurück, wenn sie das Wort Literatur hören.» Oft höre Glunk den Spruch: «Literatur, das ist nichts für mich, das ist mir zu elitär.» Mit der Auswahl von regionalen Autoren, deren Texte Anita Glunk als verständlich bezeichnet, will sie Literatur für alle zugänglich machen. Die «häämelige» und urchige Atmosphäre der Sturmbeiz soll dabei helfen, die Hemmschwelle möglichst niedrig zu halten. Ob in Zukunft weitere Anlässe dieser Art durchgeführt werden, kann Anita Glunk derzeit nicht sagen. Das hänge von der Resonanz ab. Pläne für ein nächstes Mal habe sie aber bereits.

Hinweis: Das Herbst-Sturm-Lesen findet am Sonntag, 17. November, von 9.30 bis 16 Uhr in der Sturmbeiz Starkenmühle Gais statt.