In die Herzen gesungen

Sowohl das Publikum als auch die Akteure genossen den Auftritt von «Männerchor mit Frauenpower». Ob das Projekt mit dem Ziel, neue Sänger zu gewinnen, Erfolg hat, ist noch offen.

Adi Lippuner
Merken
Drucken
Teilen

EBNAT-KAPPEL. Der Männerchor Säntis unter der Leitung von Christian Ammann tritt an, um mit seinem Projekt «Männerchor mit Frauenpower» mehr Mitglieder zu gewinnen. Um dies zu erreichen, wurde, verstärkt mit Frauen, dem Projektleiter Matthias Ammann und einer vierköpfigen Band, ein Konzert mit viel Abwechslung einstudiert. Der erste Auftritt am Samstagabend in der evangelischen Kirche Ebnat-Kappel begeisterte das Publikum.

Allein, zu viert oder als Sextett

Wer das Konzert besuchte, weiss nun, welchen Unterschied es ausmacht, ob ein Chor ein-, zwei-, drei- oder vierstimmig singt. Dem Publikum wurden klassische Männerchor-Lieder präsentiert, aber auch Ohrwürmer aus früheren Zeiten oder der jüngsten Vergangenheit. Bei einigen Liedern wie «es Praliné» von John Brack wurde nicht nur begeistert mitgeklatscht, sondern eine Wiederholung verlangt.

Singen im Chor muss nicht immer ein Gesamtwerk sein. Dies ist seit dem Auftritt des Männerchors Säntis, verstärkt durch einen Ad-hoc-Frauenchor und durch eine Begleitband, klar. Beim Chorprojekt wirken Männer und Frauen mit starken Stimmen mit und so wurden Soli gesungen, es gab Auftritte zu viert, im Sextett, aber auch in Kleingruppen.

Für viele war neu, dass Wolfgang Amadeus Mozart auch einen Kanon schrieb. Dieses Spottlied, bei dem es um den Schüler Freistätter geht, von Mozart Stachelschwein und weil ungepflegt auch «Gaulimann» genannt, wurde gekonnt dargeboten. Mit Matthias Ammann verfügt die Truppe nicht nur über einen versierten Dirigenten und Projektleiter, sondern auch einen sicheren Sänger.

Ansage mit Humor

Abwechslungsweise dirigierten Christian Ammann und sein Sohn Matthias den Chor. Bei der Ansage der jeweiligen Stücke brillierte Vater Ammann. Und dies, obwohl er zu Beginn betonte, er würde lieber singen statt reden. Doch mit seinem Humor und den Witzen, welche gekonnt von einem Stück zum nächsten überleiteten, gewann er die Herzen des Publikums.

Das Gleiche gilt für die Abwandlung des Liedes, «Chum mier wei go Chrieseli gwünne». Beim «Männerchor mit Frauenpower» wurde daraus flugs «Chum mier wei go Beereli gwünne». Und weil zu Beeren Rahm, oder wie es bei Udo Jürgens heisst, «aber bitte mit Sahne», bestens passt, wurde auch dieser Klassiker gesungen. Ein weiteres, unvergessliches Lied von Udo Jürgens, «Der Mann ist das Problem», gab der Ad-hoc-Frauenchor zum besten.

Schweizer Klassiker

Mit Artur Beul, dem unvergesslichen Schweizer Komponisten, welcher am 9. Dezember 1919 in Einsiedeln geboren worden und am 9. Januar 2010 in Küsnacht ZH gestorben ist, kamen weitere Ohrwürmer auf die Bühne. «Nach em Rägä schint d'Sunne» und «Swing Switzerland» wurden zu Ehren dieses grossen Schweizers gesungen und gespielt.

Weitere Konzerte am kommenden Freitag, 27. Mai, in der evangelischen Kirche Nesslau und am Sonntag, 29. Mai, in der katholischen Kirche Alt St. Johann. Konzertbeginn jeweils um 20 Uhr.