In der 2. Liga gesunden

SCH-Präsident Markus Bachschmied räumt Fehler ein, aber er verteidigt die frühe Trainerentlassung. Der sofortige Wiederaufstieg in die 1. Liga sei kein Ziel. Spätestens 2017 soll der Verein wieder schuldenfrei sein.

Patrik Kobler
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Blickt nach vorne: SCH-Präsident Markus Bachschmied. (Bild: pk)

Blickt nach vorne: SCH-Präsident Markus Bachschmied. (Bild: pk)

EISHOCKEY. Mit einer unbedeutenden Kehrauspartie gegen Seewen ist am Samstag für den SC Herisau die Saison zu Ende gegangen (s. Kasten). Der Abstieg in die 2. Liga stand schon seit einer Woche fest.

Präsident Markus Bachschmied hatte in den letzten Tagen Zeit, die Lage zu analysieren. Er sah sich mit vielen Fragen konfrontiert. Etwa, ob der Vorstand im Herbst hätte länger an Trainer Gianni Dalla Vecchia festhalten sollen. Die Antwort des ehemaligen Spitzengoalies fällt unmissverständlich aus: «Nein! Es lief nicht wie erwünscht; wir mussten einschreiten.» Bachschmied vermisste «Feuer, Herz, Engagement».

Kader war zu schlecht

Im Nachhinein betrachtet, sei die Trainerwahl im Sommer ein Fehler gewesen. Nach dem «harten Hund» Roger Nater habe man mit einem «kommunikativen Trainer» zusammenarbeiten wollen. Schon bald wurde Dalla Vecchia jedoch durch Andy Frischknecht ersetzt. Dieser brachte zwar wenig Erfahrung, aber als Nachwuchsobmann das gewünschte Herzblut für den Verein mit. Aber auch er konnte den Abstieg nicht verhindern. Denn: «Der Kader war schlicht zu schlecht besetzt», so Bachschmied. Die Finanzen hätten keine bessere Mannschaft zugelassen. Umso mehr rechne er Frischknecht an, dass dieser ehrenamtlich das Traineramt übernommen habe. «Nicht zum ersten Mal hat er dem Verein in einer schweren Situation geholfen.»

Verein sanieren

Den SC Herisau plagen finanzielle Sorgen. «Der Aufstieg vor vier Jahren kam zu früh», sagt Bachschmied. Die Basis im Nachwuchs habe gefehlt, weshalb man immer Spieler von auswärts verpflichten musste. Die Bezeichnung «Amateurliga» für die 1. Liga nennt der SCH-Präsident einen Witz. Die Vereine hätten einen Etat zwischen 0,75 und 1,5 Millionen Franken und würden sich für teures Geld gegenseitig die Spieler abjagen. «Mittlerweile gibt es bereits in der 2. Liga einen Markt», so Bachschmied. Trotzdem werde man den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und den Verein sanieren. Die Schuldenlast beziffert der Präsident auf gut 300 000 Franken. Er kündigt jedoch an: «Wir werden die Saison zum zweiten Mal nacheinander mit einem Gewinn abschliessen. Wir haben die laufenden Kosten im Griff.»

Kein Geheimnis: Einer der grössten Gläubiger ist die Gemeinde. Im Einwohnerrat wurde unlängst ein Postulat lanciert, damit die erbrachten Leistungen der Gemeinde für die Herisauer Vereine transparent dargelegt werden. Bachschmied stösst dieser Vorstoss nicht, vielmehr begrüsst er ihn sogar: «Jetzt wird viel gemunkelt, nachher herrscht Klarheit.» Der SC Herisau habe nichts zu verstecken. «Wir stehen in Kontakt mit den Behörden und haben auch dem neuen Gemeindepräsidenten Renzo Andreani Lösungen skizziert.» Der Vorstand bleibe zusammen, bis der Verein wieder schuldenfrei ist. Spätestens 2017 soll es so weit sein.

Nachwuchs fördern

Auf die neue Saison hin soll die erste Mannschaft nochmals um 50 000 Franken günstiger werden. Für den Ex-Profi steht deshalb fest, dass der sofortige Wiederaufstieg kein Thema sein wird. Vielmehr soll zuerst die Basis im Nachwuchs weiter verbessert werden. Hier sei in den letzten Jahren wertvolle Arbeit geleistet worden, sagt Markus Bachschmied. Zusammen mit den Partnerteams Wil und Rheintal möchte man in der nächsten Saison eine Mannschaft in der Kategorie Novizen Top stellen.

Es rücken also hoffnungsvolle Talente nach. Fünf bis sechs von ihnen sollen bereits jetzt die Chance erhalten, in der 1. Mannschaft mitzumachen. Die Treue halten dürften dem Verein auch einige Stammkräfte. Pace, Marti, Popp, Jeitziner oder die Gebrüder Koller haben gemäss Bachschmied für die neue Saison zugesagt. Einen Wechsel wird es dafür an der Bande geben. Wer Nachfolger von Andy Frischknecht wird, ist offen.