In aller Herrgottsfrühe

In zahllosen Eucharistiefeiern und Gottesdiensten im Appenzellerland war das Licht ein Thema. So auch in Appenzell. Hier fanden Christen auf dem Klosterfriedhof des Kapuzinerklosters für eine Osterfrühfeier zusammen.

Guido Berlinger-Bolt
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Feuer und Licht, Hoffnung an einem Ort des Todes, dem Klosterfriedhof der Kapuziner in Appenzell. (Bild: gbe)

Feuer und Licht, Hoffnung an einem Ort des Todes, dem Klosterfriedhof der Kapuziner in Appenzell. (Bild: gbe)

Appenzell. Die Zeit von Karfreitag ist eine Zeit der Dunkelheit, jene von Ostern eine des Lichts – dieser Übergang vom Dunkel ins Licht war in vielen Kirchen im ganzen Appenzellerland das Thema der Osterfeiern. In Appenzell trafen Christinnen und Christen der Evangelisch-reformierten und der Katholischen Kirche im Klosterfriedhof zusammen, um diesem Licht-Werden als einem Zeichen der Hoffnung zu gedenken.

Vom Tod zur Auferstehung

Keine Minute zu früh hatte es am Ostersonntag in der Früh aufgehört zu regnen. So begannen hier die Osterfeiern beim Tod; rund um den Hof und um die Grabkreuze verstorbener Kapuzinerbrüder drängten sich schon vor 5.30 Uhr – in aller Herrgottsfrühe – zahlreiche Gläubige. Sie taten es in aller Stille und Einkehr. Hinter den Gräbern der Toten loderte ein Osterfeuer; es gab sein lebhaftes Licht in den Hof.

Licht und Hoffnung

Die Einstimmung auf die Osterfeiern war eine Feier nicht der grossen Worte: Das Bild der Dunkelheit und eines zentralen Feuers, das über die Osterkerzen je die kleinen Kerzen in den Händen der Gläubigen entzündete, tat seine Wirkung. Der Duft von Weihrauch verlieh der Frühfeier zusätzlichen Glanz. Nach einer knappen halben Stunde der Andacht und des Gebets teilten sich die Gemeinschaften – nicht ohne sich gegenseitig frohe Ostern zu wünschen.

Die Evangelisch-reformierten gingen zu ihrer Kirche, die Katholischen feierten in der Kirche des Kapuzinerklosters Eucharistie. Jeweils an der Spitze der Züge trugen Geistliche die Osterkerze.

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