Imposante Zuchtstiere in Wattwil

Am Donnerstag fand in der Markthalle in Wattwil die Stierenschau statt. Mit dabei waren 75 Aussteller aus knapp 40 Gemeinden, die 94 prächtige Tiere präsentierten.

Anna Gasser
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Stierenschau in Wattwil: Stolz präsentieren sich die fünf Siegertiere mit Ehrendame und den Besitzern Karl Alpiger, Hansruedi Knus, Thomas Schiess, Pius Kamer, Erich Meier, Jakob Maute und OK-Präsident Johannes Näf (von links). Bild: Anna Gasser

Stierenschau in Wattwil: Stolz präsentieren sich die fünf Siegertiere mit Ehrendame und den Besitzern Karl Alpiger, Hansruedi Knus, Thomas Schiess, Pius Kamer, Erich Meier, Jakob Maute und OK-Präsident Johannes Näf (von links). Bild: Anna Gasser

Traditionsgemäss machen jeweils die Herren der Gattung Rindvieh den Auftakt zur Schausaison im Toggenburg. 75 Aussteller aus rund 38 Gemeinden stellten am Donnerstag ihre prächtigen 94 Stiere in der Markthalle Wattwil aus. Das Alter der Tiere geht von elfeinhalb Jahren bis zu acht Monaten. Beeindruckend sind die ältesten Stiere, die ruhig an ihrem Platz stehen und der Dinge harren, die da kommen werden. Etwas nervöser sind die Aussteller, die auf einen Preis in Form eines geschnitzten Weinkühlers und der Ehre, einen Spitzenplatz unter so vielen Stieren ergattert zu haben, hoffen.

Engagiertes Team für die Stierenschau

Bemerkenswert ist ausser den mächtigen Tieren die Organisation dieser Schau. Das aus fünf engagierten Züchtern bestehende Organisationskomitee wird von Johannes Näf, Hemberg, geführt. Er ist bereits seit 2005 an der Organisation beteiligt und präsidiert den Anlass seit nunmehr drei Jahren und man merkt, dass sein Herz für diese Schau schlägt. So ist dank den OK-Mitgliedern Hans Brunner, Krummenau, Peter Frei, Wildhaus, Sämi Jäger, Mogelsberg sowie Roman Jung, Bazenheid, alles bis ins Detail organisiert. Speziell ist das Engagement der Toggenburger Gemeinden zugunsten der Wattwiler Stierenschau. So wird die Auffuhrgebühr von fünfunddreissig Franken pro Tier von der jeweiligen Wohnortgemeinde des betreffenden Ausstellers bezahlt. Alle anderen Gemeinden bezahlen keine Auffuhrgebühr. Dies hat einen historischen Grund. Früher war die sogenannte Herdebuchaufnahme – die Registrierung und Beurteilung der Zuchtstiere und das Ausstellen eines Abstammungsausweises – an der Bezirksstierenschau Sache der Kantone. Diese delegierten die Aufgabe an die Gemeinden, welche sich dann finanziell am Anlass beteiligten. Dies ist bis heute so geblieben. Wattwil als Standortgemeinde leistet einen zusätzlichen, erwähnenswerten Beitrag, indem es die Administration der Schau übernimmt. Das Versenden von Briefen an die Aussteller, die Erfassung der Punktierung der Tiere und die Erstellung der Rangliste werden in kompetenter Weise von Jörg Wittenwiler, Landwirtschaftsamt der Gemeinde Wattwil, erledigt. Reto Grünenfelder, Landwirtschaftliches Zentrum Salez, arbeitet Hand in Hand mit den Gemeinden und Ausstellern, indem er den aufwendigen Katalog erstellt, die Tieranmeldungen erfasst sowie die Meldungen an Braunvieh Schweiz macht.

Wenn die Spannung in der Halle ansteigt

Stefan Hodel, Ressortleiter Tierbeurteilung bei Braunvieh Schweiz, Walter Rhyner, Hoffeld und Christian Näf, Brunnadern, sind derweil in drei Ringen daran, die jeweiligen Abteilungssieger zu bestimmen. Aus den 18 Abteilungssiegern kommen 11 Tiere in den Ring. Daraus werden die Tagessieger der fünf Kategorien erkoren. Zwei davon sind je ein jüngerer und ein älterer Stier der Original Braunvieh Stiere, die anderen drei Sieger ergeben sich aus den drei Kategorien jüngere, mittlere und ältere Brown Swiss Stiere.

Nach der wohlverdienten Mittagspause steigt die Spannung in der Markthalle an. Nach der attraktiven Verlosung erhalten alle Abteilungssieger eine Auszeichnung und einen wohlverdienten Applaus. In der Kategorie Original Braunvieh Stiere heisst der Sieger bei den jüngeren Tieren Valido Valser von Maute Jakob, Kirchberg. «Mister Original Braunvieh ältere» wird der elfeinhalbjährige mächtige Stier Gral Gospel, der diesen Erfolg mit Würde entgegennimmt. Gemäss seinen Besitzern Erich Meier und Pius Kamer weilt Gospel noch jeden Tag mit «seinen» Kühen auf der Weide. Er erweist sich als ruhiges Tier und ist stolzer Vater von insgesamt 210 Kälbern, davon 65 weibliche Nachkommen, alle aus Natursprung.

Traumhafte Fundamenteüberzeugen die Experten

Nach kurzer Beratung geben die Experten die drei Sieger in der Kategorie Brown Swiss bekannt: «Mister Braunvieh jüngere» wird Calvin-Stier Alligator von Vorjahressieger Karl Alpiger, Alt. St. Johann. Bei den mittelalten Tieren darf sich der Jongleur Stier Listler von Hansruedi Knus, Hoffeld «Mister Braunvieh mittlere» nennen. und bei den älteren Tieren gewinnt Ernst Itens Stier Present Schorsch den Mister-Titel. Gute Beckenwinkel, traumhafte Fundamente und gut verwachsene, aufgesetzte Widerriste haben die Experten bei den Siegertieren beeindruckt.

Mit dem Ratschlag von Johannes Näf, doch für die daheimgebliebenen Frauen noch Magenbrot zu erwerben und dem Anliegen von Stefan Hodel «Händ Sorg zu de bruune Chueh» ging eine weitere erfolgreiche Stierenschau in Wattwil zu Ende.

Sieger Kategorie Original-Braunvieh Pius Kamer und Erich Meier mit 11jährigem Stier Gospel und Jakob Maute mit Stier Valser (von links).

Sieger Kategorie Original-Braunvieh Pius Kamer und Erich Meier mit 11jährigem Stier Gospel und Jakob Maute mit Stier Valser (von links).