Impfen oder nicht impfen?

Im Rahmen eines Elternbildungsanlasses fand am Donnerstag im Pfarreiheim eine Podiumsdiskussion zum Thema Impfen statt. Auslöser waren Eltern, die auch einmal die Gegenseite des Impfens dargestellt haben wollten.

Martina Signer
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Von links: Moderator Urs M. Hemm und das Publikum stellten Konrad Schiess (pro) und Alexander Ilg (kontra) Fragen rund ums Impfen. (Bild: Martina Signer)

Von links: Moderator Urs M. Hemm und das Publikum stellten Konrad Schiess (pro) und Alexander Ilg (kontra) Fragen rund ums Impfen. (Bild: Martina Signer)

MOSNANG. In den Elternbriefen, welche auf das Thema Impfen hin jeweils herausgegeben werden, wird nur die Seite der Befürworter dargestellt. Das war der Vorwurf, mit dem Eltern an den Schulrat herangetreten sind. So informierte Schulrätin Heidi Widmer vor der Podiumsdiskussion. Der Schulrat vertritt nach aussen klar die Meinung des Kantons, sprich, sie geben die Impfempfehlungen des Bundes heraus. Um auch einmal die Gegenseite zu beleuchten, wurde von der Elternbildung Mosnang, die dem Schulrat unterstellt ist, dieser Anlass organisiert. Eingeladen waren nebst Moderator Urs M. Hemm, Stellvertretender Redaktionsleiter Toggenburg Medien AG, die beiden Ärzte Konrad Schiess aus Mosnang (pro) und Alexander Ilg aus Wil (kontra).

«Impfen ist nicht harmlos»

Eines wurde an diesem Abend deutlich: Impfen ist ein Thema, das Tausende Fragen aufwirft. Diese konnten natürlich nicht innerhalb einer Stunde geklärt werden, doch einiges war nach der Diskussion doch etwas klarer. Deutlich war auch, dass mehr Impfgegner als Impfbefürworter anwesend waren. Das zeigte eine kleine Konsultativabstimmung am Schluss. Dennoch ging die Diskussion ruhig und gesittet von statten. Die beiden Kontrahenten Konrad Schiess und Alexander Ilg hatten die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzustellen. So erklärte Alexander Ilg beispielsweise, warum es überhaupt eine Bewegung gegen das Impfen gebe. Er bezweifle nicht die Wirkung der Impfungen. Aber wichtig sei es, zu wissen, was es wirklich damit auf sich habe. Er habe schon Kinder in seiner Praxis gehabt, die kurze Zeit nach einer Impfung nicht mehr gesprochen hätten, deren Gehör sich verschlechtert habe und die plötzlich nicht mehr laufen konnten. Dies seien nur einige Beispiele. In den Impfempfehlungen werde dies nie beschrieben. Seine Erfahrungen zeigten, dass Impfen keineswegs harmlos sei.

Konrad Schiess seinerseits bezieht sich auf den schweizerischen Impfplan, der jährlich von der eidgenössischen Impfkommission herausgegeben wird. Die Impfkommission bestehe aus wissenschaftlich ausgebildeten Fachleuten und er sei froh, dass die Impfstoffe von diesen Experten jeweils kritisch hinterfragt würden.

Krank durch Impfen?

Alexander Ilg schilderte im Anschluss weitere Fälle aus seiner Praxis. Beispielsweise sei ein Patient drei Wochen nach einer Impfung mit aufsteigender Lähmung zu ihm gekommen. Bei der ausgeführten Impfung sei diese Nebenwirkung bekannt und klinge normalerweise nach einiger Zeit wieder ab. Dieser Mann hingegen sei nun querschnittgelähmt. Und er sei nicht der einzige, der – seiner Meinung nach – aufgrund einer Impfung mit schlimmen Krankheiten zu kämpfen habe. Er habe Fälle von MS-Patienten gesehen, deren Krankheit erst nach einer Hepatitis-Impfungen aufgetreten sei. Kinder, die nach einer Starrkrampf-Impfung zu schielen begonnen hätten, die nach einer Polioimpfung nicht mehr laufen konnten. Diese Nebenwirkungen entsprechen laut seiner Aussage den Symptomen, die der Krankheit zugesprochen werden, gegen die man geimpft hat. «Der Körper bekommt bei einer Impfung zum Beispiel die Information, Starrkrampf zu haben. Und dagegen wehrt er sich.»

Konrad Schiess hielt dagegen, dass es tatsächlich zu solchen Phänomenen kommen könne. Im natürlichen Verlauf einer solchen Krankheit seien die Phänomene aber viel häufiger zu beobachten, als nach Impfungen.

Eine Zuhörerin wollte wissen, was es mit den Zusatzstoffen wie Aluminium oder Formaldehyd auf sich habe. Denn Alexander Ilg hatte zuvor festgehalten, dass der Aspekt der gesundheitsschädlichen Wirkungen der Zusatzstoffe nicht wissenschaftlich untersucht worden sei. Der Zusatzstoff Quecksilber sei zwar mittlerweile vom Tisch, Aluminium sei aber keinen Deut besser. Konrad Schiess erklärte, dass beim täglichen Anwenden von Deo-Sprays, die ebenfalls Aluminium enthalten, eine weit grössere Dosis in den Körper gelange, als bei einer Impfung. Die Zusatzstoffe brauche es in den Impfungen, damit der Körper die Stoffe auch aufnehme und nicht gleich wieder ausscheide.

Eine weitere Person fragte, wie lange die Impfaufklärung bei Konrad Schiess in der Sprechstunde dauere. Er musste dazu erwidern, dass er nicht bei jedem Patienten stundenlang über mögliche Nebenwirkungen aufklären könne. Er gehe davon aus, wenn jemand zu ihm zum Impfen komme, habe der sich auch eingehend informiert und wolle die Impfung. Wenn aber Fragen auftauchen würden, beantworte er diese. Nicht ganz einverstanden war damit eine weitere Anwesende, der Konrad Schiess heftig ins Gewissen geredet hätte, als sie sich gegen die Impfung ihrer Kinder entschieden hätte.

Warum schon so früh?

Weiter wurden Fragen zu verhältnismässig noch neuen Impfstoffen gestellt. Welche Erfahrungen man beispielsweise mit Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs hätte. Die Frage kam von einer Mutter, deren Tochter (5. Klasse) von der Schule die Empfehlung zu dieser Impfung erhalten habe. Dazu mussten sowohl Ilg als auch Schiess sage, dass es derzeit noch keine Langzeitstudien gebe.

Konrad Schiess empfahl diese Impfung dennoch. Auch schon in jungen Jahren. Denn grundsätzlich könne man darauf schon verzichten. Aber nur, wenn man mit Sicherheit wisse, dass die Tochter sexuell noch nicht aktiv sei.