Immer fleissig für die Bienen

Willi und Berti Roth halten seit über zwanzig Jahren Bienen. Als leidenschaftliche Hobby-Imker investieren sie eine Menge Zeit in die Arbeiten rund um die Tiere. Ihre eigene Planung richten sie nach dem Bienenjahr – aus Leidenschaft.

Barbara Anderegg
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Mogelsberger Imker aus Leidenschaft: Berti und Willi Roth halten Bienenvölker. (Bild: Barbara Anderegg)

Mogelsberger Imker aus Leidenschaft: Berti und Willi Roth halten Bienenvölker. (Bild: Barbara Anderegg)

Mogelsberg. Mit dem Frühling kommen die Blüten und mit den Blüten auch die Bienen. Viele mögen sie nicht, einige geraten gar in Panik, wenn eines der kleinen braun-schwarzen Tiere geflogen kommt. Nicht so Willi Roth, der Revier-Förster von Mogelsberg. Wann immer er eine Biene sieht, begrüsst er sie liebevoll. Es scheint, als ob er sie gerne streicheln würde. Wenn an den ersten wärmeren Tagen im März die ersten Bienen ausfliegen, so ist das für Willi Roth jedes Jahr ein spezieller Moment. Dann kommt aus, wie es seinen Bienen geht.

Nicht nur der Honig

Willi Roth ist seit über 25 Jahren leidenschaftlicher Hobby-Imker. Zusammen mit seiner Frau Berti hält er heute rund 30 Bienenvölker. Einen Teil dieser Völker halten sie im klassischem Bienenhäuschen in Ganterschwil, in so genannten Schweizer Hinterbehandlungs-Kästen. Die übrigen Bienenstöcke sind in mobilen Magazinen untergebracht. Diese schlichten Holzkisten stehen auf Familie Roths Terrasse und vor ihrem Haus in Mogelsberg.

Pro Jahr und Volk kann das Mogelsberger Ehepaar mit einem Honig-Ertrag von acht bis zwölf Kilogramm rechnen. «Honig ist einfach etwas vom Besten, was es gibt», ist Willi Roth überzeugt. Dieser Meinung war er schon als Kind. Sein Nachbar, der Lehrer, habe Bienen gehalten. «Wenn mich mal eine der Bienen gestochen hat, habe ich dafür manchmal ein kleines Gläschen Honig bekommen. Und den habe ich bereits damals zu schätzen gewusst», erinnert sich der heute 59jährige Willi Roth.

Faszination Bienenvolk

Der Honig allein ist aber nicht der Grund für Willi Roths Bienen-Leidenschaft. Vielmehr ist er vom Tier an sich fasziniert: «Wenn man eine Handvoll Fliegen in eine Schachtel sperrt, dann bleibt es eine Handvoll Fliegen. Macht man das selbe mit einer Handvoll Bienen, dann entsteht etwas Neues: Die Bienen organisieren sich.» Bienenvölker sind so genannte Superorganismen. Das heisst, Bienenvölker sind arbeitsteilig organisiert.

Jedes Tier hat eine Aufgabe, die es erfüllt, um das Überleben des ganzen Volkes zu sichern, erklärt der Fachmann.

Bereits als das Thema Biene in der Schule behandelt wurde, sei er für diese Lebewesen Feuer und Flamme gewesen, erinnert sich Willi Roth an die Anfänge seiner Faszination. Darum machte er die Imkerei zu seinem Hobby, sobald er sich mit seiner Familie in Mogelsberg niedergelassen hatte.

Um einen Einblick in die Komplexität eines Bienenvolkes zu erhalten und um zu lernen, wie ein Imker die Bienen artgerecht hält und wie man möglichst viel Honig ernten kann, besuchte er die Imker-Kurse des Bienenzüchtervereins Neckertal. Diesem Verein stand er später auch während einiger Jahre als Präsident vor.

Geteilte Leidenschaft

Willis Frau Berti Roth war zu Beginn nicht wirklich begeistert vom neuen Hobby ihres Mannes.

«Anfangs hatte ich Angst vor den Bienen, und weil sie das merkten, haben sie mich regelrecht verfolgt», sagt sie heute lachend. Mit der Zeit aber habe sie gelernt, mit ihnen umzugehen. Und irgendwann hat Berti Roth sogar Gefallen an den Bienen gefunden und daher ebenfalls die Imker-Kurse besucht.

Seither arbeitet das Ehepaar gemeinsam für die Bienen, wobei sich Berti Roth vor allem auf das Verarbeiten des Bienenwachses zu Kerzen spezialisiert hat, die sie jeweils am Weihnachtsmarkt verkauft.

Dass sich beide Ehepartner das Hobby der Imkerei teilen ist umso besser, als dass die Imkerei eine äusserst zeitintensive Freizeitbeschäftigung ist. Auf die Frage, wie viel Zeit sie aufwenden, antworten die beiden Imker: «Das haben wir uns noch gar nie überlegt. Es ist wohl schon ziemlich viel.»

Der Imkerverband gibt als Richtwert für den Zeitaufwand zwölf Arbeitsstunden pro Jahr und Volk an. Dementsprechend ist das Familienleben der Roths von den Bienen geprägt.

Auch die vier Kinder hätten immer wieder bei den verschiedenen Arbeiten geholfen, sagen die Eltern. «Eine der beiden Töchter habe auch den Imker-Kurs besucht. Ob sie selbst aber mal imkern wird, weiss sie noch nicht», sagt der Vater.

Vom Bienenjahr geprägt

Der Zeitaufwand hänge stark von der Jahreszeit ab, erklärt Willi Roth. Zu tun gebe es aber immer etwas. Einzig im Winter gebe es eine kurze Pause für den Imker. Diese nutzen die Roths dann, um ihre Gerätschaften auf Vordermann zu bringen.

Die in den übrigen Monaten anfallenden Arbeiten unterscheiden sich je nachdem, in welcher Phase sich die Natur und mit ihr auch die Bienenvölker befinden. «Momentan sind die Bienen dabei, ihre Völker aufzubauen. Sie sammeln Wasser, Pollen und ersten Nektar», erklärt Willi Roth. Im Frühsommer wird dann bereits der erste Honig geerntet. So erklärt es sich von selbst, dass Familie Roth in den Sommerferien jeweils höchstens ein paar Tage weg fährt. Sie richten ihre Jahresplanung nach dem Bienenjahr, denn die Bienen sind ihre Leidenschaft.

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