Immer dem Frühling folgend

Marco Signer, Förster des Kirchberger Forstreviers, war ein Jahr auf Weltreise. Seit Anfang Oktober ist der 28-Jährige zurück und gebietet wieder über die 1200 Hektaren Wald.

Beat Lanzendorfer
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Marco Signer auf dem Gipfel des 6225 Meter hohen Chimborazo, höchster Berg Ecuadors. (Bild: PD)

Marco Signer auf dem Gipfel des 6225 Meter hohen Chimborazo, höchster Berg Ecuadors. (Bild: PD)

Im Oktober des vergangenen Jahres tritt Marco Signer eine Weltumrundung an, die unter dem Motto «immer dem Frühling folgend» steht. Zuerst fliegt er für fünf Wochen nach Neuseeland, anschliessend bereist er drei Monate Australien. Danach ist es Zeit, den Kontinent zu wechseln. In Chile angekommen, besucht der Weltenbummler während eines Monates einen Spanisch-Sprachkurs. Anschliessend reist er der Pazifikküste entlang Richtung Patagonien, Feuerland entgegen. Auf der anderen Seite des riesigen Kontinents geht es wieder hinauf. Ziel ist die Millionenmetropole Buenos Aires. Die argentinische Hauptstadt ist Ausgangspunkt weiterer Destinationen. Es geht nach Uruguay, in den Süden von Brasilien, nach Paraguay und von dort retour nach Argentinien. Weitere Stationen sind Bolivien und Peru. Begeistert erzählt er von seiner folgenden Stippvisite in Ecuador. «Ich war mit einem Guide auf dem 6225 Meter hohen Chimborazo, dem höchsten Berg Ecuadors. Eine tolle Erfahrung, die mich an meine Kraftgrenzen führte.» Die fünf Monate in Südamerika gehen in Ecuador zu Ende. Von dort fliegt Marco Signer weiter nach Alaska.

Vergleiche mit der Schweiz sind schwierig

Ist er in Südamerika hauptsächlich mit dem Bus unterwegs –«das klappt dort sehr gut» –, kauft er sich für die Durchquerung von Alaska und Kanada eine 650er-Enduro. Die Weltreise endet in Vancouver, von wo er Ende September die Heimreise in die Schweiz antritt. Immer dabei war auch sein Zelt, in dem er die meisten Nächte verbringt. «In Südamerika habe ich allerdings öfters in Jugendherbergen geschlafen, weil die Übernachtungen dort sehr günstig sind.» Marco Signer bereiste das Land und mied die grossen Städte. «Dort war ich nur zum Einkaufen. Mit Ausnahme von fünf Wochen, in denen mich meine Freundin in Südamerika besuchte, war ich allein unterwegs. Dies erforderte das Zugehen auf die Menschen, die ich überall als sehr freundlich kennenlernte.» Die Frage, ob er sich nie in einer heiklen Situation befand, verneint er: «Überhaupt nicht. In Bolivien ist mir zwar die Fotokamera gestohlen worden, weil ich kurz vorher die Daten aber gesichert hatte, war dies nicht weiter tragisch.»

Zurück in seinem Revier

Bringt ihm der Trip auch etwas für seine berufliche Zukunft? «Wo es die Möglichkeit ergab, habe ich sicher einen Blick erhascht. Beeindruckt hat mich vor allem die effiziente Waldbewirtschaftung in Kanada.» Für seine einjährige Auszeit erhielt Marco Signer von Raphael Lüchinger, Chef der Waldregion 1, zu der das Forstrevier Kirchberg gehört, unbezahlten Urlaub. Während seiner Abwesenheit beförsterte die 22jährige Corina Stolz das Forstrevier. Anfang Oktober ist der 28-Jährige wieder an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt und findet im Gespräch lobende Worte für seine Stellvertretung: «Corina Stolz hat es super gemacht, ich freue mich für sie, dass sie das Forstrevier Rorschach-Sitter übernehmen kann und mir als Kollegin erhalten bleibt, denn ihr Forstrevier gehört wie meines zur Waldregion 1.» Für den Zurückgekehrten beginnt nun die Holzerntesaison: «Der Holzabsatz ist besser als vor einem Jahr, weil viele Sägereien ihre Lagerbestände abgebaut haben. Uns ist auch der nasse Vorsommer entgegengekommen. Dadurch konnten sich die Käfer weniger vermehren, was positive Auswirkungen auf die Qualität des Holzes hat. Ich gehe davon aus, dass im Forstrevier Kirchberg wiederum rund 10 000 Kubikmeter Holz geschlagen werden, was ungefähr der Menge der Vorjahre entspricht. Insgesamt gilt es, eine Überalterung des Baumbestandes zu vermeiden, weil mehr Holz nachwächst, als geschlagen wird», meint er abschliessend.

Seit Anfang Oktober ist Marco Signer wieder in seinem Kirchberger Forstrevier unterwegs. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Seit Anfang Oktober ist Marco Signer wieder in seinem Kirchberger Forstrevier unterwegs. (Bild: Beat Lanzendorfer)