Imker müssen Milben rasch bekämpfen

Weil der vergangene Winter äusserst mild war, leiden die Bienen in der Region nun unter einem besonders hohen Varroamilbenbefall. Nun gehen die Imker mit Ameisensäure gegen die Milben vor. Die Honigernte ist dieses Jahr nicht gerade rosig ausgefallen, dies aufgrund des Wetters.

Katharina Rutz
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Im Gegensatz zu der Gefahr der Varroamilbe sieht es mit der Bekämpfung der Sauerbrut bei den Bienen in der Region gut aus. (Bild: Urs Bucher)

Im Gegensatz zu der Gefahr der Varroamilbe sieht es mit der Bekämpfung der Sauerbrut bei den Bienen in der Region gut aus. (Bild: Urs Bucher)

REGION. «Dieses Jahr herrscht ein erstaunlich hoher Varroamilbenbefall vor», sagt Lorenz Huber. Der Berufsimker vom Gamserberg betreut selber 100 Völker und besucht als Bieneninspektor auf seinen Kontrollen auch häufig andere Imker. Auch Hans Oppliger von der kantonalen Bienenfachstelle in Salez bestätigt dies. Als Grund nennen beide den milden letzten Winter. «Die Bienen begannen früh mit der Brut, was der Varroamilbe ebenfalls die Gelegenheit gab, sich früh zu vermehren», erklärt Lorenz Huber. Da der Befall an Varroamilben in einem Bienenvolk sprunghaft ansteigt, sei die Situation deshalb bereits jetzt in einigen Bienenvölkern besorgniserregend, sind die Fachleute überzeugt.

Winterbienen enorm wichtig

Ist ein Volk zu stark von der Milbe befallen, schafft dieses es nicht, eine genügend starke Generation an Winterbienen hervorzubringen. Sie ist aber für ein Bienenvolk enorm wichtig, bringt doch diese eine Generation das Volk über den Winter. In dieser Zeit legt die Bienenkönigin keine Eier. Deshalb leben die Winterbienen im Gegensatz zu Sommerbienen viel länger.

Die Varroamilbe überträgt ähnlich wie die Zecke im Falle der Hirnhautentzündung krankmachende Viren auf die Bienen. Die geschwächten Bienen halten diesem «Virencocktail» bei einem zu grossen Befall nicht mehr stand und das Volk geht im Winter ein.

So rasch wie möglich handeln

Hans Oppliger rät deshalb den Imkern, die Honigwaben jetzt zu entfernen und mit der Bekämpfung der Milben zu beginnen. Dies wird biologisch mit Ameisen- oder Oxalsäure gemacht, die im Bienenvolk verdampft wird. Leider können bei diesen Behandlungen nie ganz alle Milben vernichtet werden. «So alle drei bis vier Jahre gibt es eine Varroa-Spitze», sagt Lorenz Huber. Einen Lichtblick gibt es allerdings bei der Sauerbrut. Diese Brutkrankheit beschäftigte die Werdenberger Imker in den letzten Jahren immer wieder stark. «Die Krankheit trat als regelrechte Epidemie auf und raffte Dutzende von Völkern dahin», so Hans Oppliger. Dieses Jahr sieht es erstmals besser aus. «Die Sauerbrut trat nur noch sporadisch auf.»

Auch Bieneninspektor Lorenz Huber, dessen Aufgabe es ist, bei Verdacht eine Kontrolle durchzuführen und kranke Völker mit Schwefel zu beseitigen, ist guten Mutes. «Zurzeit läuft noch ein offener Fall wegen Sauerbrut. Ist dieser Bienenstand saniert, ist das Werdenberg frei von Sauerbrut», sagt er. Allerdings kann die von Bakterien ausgelöste Krankheit latent immer noch vorhanden sein und auch immer wieder zum Vorschein kommen.

Keine gute Ernte eingefahren

Die Honigernte übrigens ist dieses Jahr nicht gerade rosig ausgefallen. Als Grund gibt Hans Oppliger das Wetter an. Um Honig einzutragen, brauchen Bienen neben Nektar tragenden Pflanzen schönes und windstilles Wetter. «Diese Kombination kam heuer im Werdenberg praktisch nicht vor», so Oppliger. Etwas besser sieht es laut Hans Oppliger in den Bergen aus.

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