«Im Winter unangenehm»

Längere Wartezeiten in Gossau und mehr Züge nach St. Gallen zu Stosszeiten: Dies bringt der Fahrplan 2014 den Herisauer Zugfahrenden. Am Gossauer Bahnhof zu warten finden die meisten wenig attraktiv.

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Cassandra Marzo, 18, Detailhandelsfachfrau, Herisau

Länger in Gossau warten finde ich ziemlich blöd. Ich fahre momentan ungefähr einmal pro Monat nach Zürich. Warten wäre langweilig. Dass mehr Züge nach St. Gallen fahren sollen, finde ich allerdings gut. Dann wäre ich jeweils schneller zu Hause.

Daniela Puleo, 25, Jus-Studentin, Crotone (Italien)

Für Reisende sind lange Wartezeiten sicher nicht so angenehm. Es macht das Reisen unangenehm. Ich komme ungefähr einmal im Jahr meine Verwandten besuchen und bin immer froh um die rasche Verbindung.

Markus Müller, 27, Lokführer, Luzern

Zwar bin ich jetzt nur auf Besuch im Appenzellerland unterwegs, aber ich denke, für den Arbeitsweg wäre die Umstellung sicherlich unangenehm. Ich würde mir die Wartezeit in Gossau mit Herumspielen am Handy vertreiben oder bei schlechtem Wetter einen Kaffee trinken gehen. Für einen Lokführer bringt die Fahrplanumstellung wenig Veränderung, der Arbeitsrhythmus ist einfach ein wenig anders.

Christiane und Josef Feldmeier, 50 und 59, Erzieherin und Bäcker, Bayern

Für uns als Touristen sind die Verbindungen im Appenzellerland so, wie sie jetzt sind, sehr komfortabel. Wir kommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln praktisch überall hin. Längere Wartezeiten beim Umsteigen sind natürlich eher negativ. Wir würden uns wohl ein Café suchen. Die Gastronomie freut's, für uns wird das mit der Zeit eher teuer.

Sina Lutz, 16, Fachangestellte Gesundheit i. A., Brunnadern

Eine längere Wartezeit in Gossau fände ich ehrlich gesagt schlecht. Der Bahnhof dort bietet zu wenig Möglichkeiten, die Zeit zu nutzen, und vor allem im Winter ist das unangenehm. Dass mehr Züge nach St. Gallen fahren sollen, finde ich hingegen sehr gut. Dann muss ich in Zukunft nicht immer so lange auf den nächsten Zug warten, wenn mir der letzte vor der Nase wegfährt.

Dragi Stijakovic, 30, Automatiker, Urnäsch

Längere Umsteigezeiten sind für die Fahrgäste schlecht. Wenn allerdings mehr Züge nach St. Gallen fahren, ist das für die regelmässigen Pendler sicherlich von Vorteil. Dann verteilt sich die Menge der Fahrgäste auch besser und es hat mehr Platz. Wenn ich in Gossau länger warten müsste, würde ich die Zeitung oder ein Buch lesen. Für einen Kaffee sind 30 Minuten ja fast zu knapp.

Reto Belloni, 46, Versicherungsberater, Grenchen

Ich habe hier in Herisau an einem Weiterbildungskurs teilgenommen. Die Verbindung aus dem Kanton Solothurn hierher ist so, wie sie jetzt ist, tiptop. Müsste ich in Gossau länger warten, wäre das für mich klar ein Beweggrund, das nächste Mal das Auto statt den öffentlichen Verkehr zu nehmen. Wenn ich mal warten muss, beschäftige ich mich halt – zum Beispiel mit Zeitunglesen.

Heinz und Elsbeth Bur, 63 und 61, Frührentner, Biel

Wir machen zurzeit Ferien in Appenzell mit dem Wohnmobil. Eigentlich wollten wir wandern. Da es heute aber nach Regen aussah, entschieden wir uns für eine Rundfahrt. Auf der Strecke Gais–Altstätten–Buchs–Malbun–Buchs– Wattwil–Herisau war das Umsteigen nie ein Problem. Als ehemaliger Lokführer weiss ich halt, dass bei der Bahngesellschaft das Prinzip «Time is money» gilt. Hätten wir eine halbe Stunde Aufenthaltszeit, würden wir uns wohl in den Wartesaal setzen oder einen Kaffee trinken gehen. Zudem werden die Leute beim Pendeln schnell nervös, wenn es mal zu Störungen kommt. Mehr Pendlerzüge nach St. Gallen sind sicher gut, da die Wagen jetzt ja in der Regel immer so voll sind. Fahrplanänderungen bringen immer für die einen Vor- und für die anderen Nachteile. Grundsätzlich sind wir in der Schweiz mit unseren öffentlichen Verkehrsmitteln aber schon sehr verwöhnt. Wir waren zwei Jahre lang in Südamerika unterwegs – da herrschen andere Verhältnisse. (sh)