Im "Rössli" in Appenzell soll die Begeisterung fürs Lesen geweckt werden

Diesen Donnerstagabend geht es los mit «Appenzell liest ein Buch – Gais liest mit». Mit der Veranstaltung sollen die Besucher zugleich auf die Literaturveranstaltung «kleiner Frühling» in Appenzell eingestimmt werden.

Yann Lengacher
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Das Buch von Lukas Linder wird an der Veranstaltung «Appenzell liest ein Buch – Gais liest mit» Thema sein.Bild: PD

Das Buch von Lukas Linder wird an der Veranstaltung «Appenzell liest ein Buch – Gais liest mit» Thema sein.Bild: PD

Alfred von Ärmel ist eine sehr stolze, aber unsichere Figur, dem seine altmodische Familie zum Hals heraushängt. So beschreibt Lukas Linder den Hauptcharakter aus seinem Buch «Der letzte meiner Art». Über dieses Buch werden am heutigen Donnerstagabend, 19.30 Uhr, eingeladene Gäste des im Restaurant Rössli in Appenzell beginnenden Projektes «Appenzell liest ein Buch – Gais liest mit» sprechen. Die Gäste werden zudem ihre Lieblingsstellen aus dem Buch von Linder vorlesen. Die Veranstaltung findet im Vorfeld des «kleinen Frühlings» statt, dem «BuchKunstFest», das der Verein Kulturstation Appenzell vom Donnerstag, 6. bis zum Montag, 10. Juni veranstaltet. Im Anschluss an die kurzen Einblicke in das Buch findet eine Diskussion über das Buch statt, die Marco Fritsche moderieren wird.

Eine tragische und doch lustige Geschichte

Auf das Publikum wartet eine Geschichte, in der jeder etwas Tröstliches finden könne, sagt Linder. Denn Alfred von Ärmel sei eine Figur, die in Situationen komme, in der sich viele auch schon befunden hätten. Das sehr humoristisch geschriebene Buch erzählt eine eigentlich tragische Geschichte. Doch genau die Mischung aus Humor und Tragik sei das, was viele Situationen besonders lustig mache.

Beim Schreiben des Buches habe sich Linder selbst kein Konzept auferlegt: Er habe einfach begonnen. So sei dann auch die Figur des Alfred von Ärmels entstanden. Die sei einerseits seiner Fantasie entsprungen, andererseits habe er sie mit Charakterzügen von echten Personen angereichert. Linder selbst sei eine Person, die einen sehr ausgeprägten Sinn für Humor habe. Er unterstreicht diese erste Aussage mit einer nicht ganz so ernst gemeinten zweiten:

«Ich habe fast keine Freunde mehr, weil ich ständig irgendwelche Witze reisse.»

Der mehrfach ausgezeichnete Dramatiker wird zum Auftakt der Veranstaltung «kleiner Frühling» dann selbst aus seinem Buch lesen. Neben Linder werden dies weitere Autorinnen und Autoren tun. Unter anderen werden Ijoma Mangold und Tanja Maljartschuk auftreten. Während ersterer der Literatur- und Kulturchef der Wochenzeitung «Die Zeit» ist, darf sich Maljartschuk Gewinnerin des Klagenfurter Ingeborg-Bachmannpreises 2018 nennen. Carol Forster, die Mitorganisatorin des Anlasses und Inhaberin des Bücherladens Appenzell sagt, dass sie die Autorinnen und Autoren nach literarischer Aktualität und persönlichen Vorlieben ausgewählt hat.

Literatur und Kunst vereint

Forster gibt einen Einblick ins Programm des «BuchKunstFest»: Am Freitag, dem zweiten Festtag, findet abends die Vernissage des Projektes «Kunstpavillons im Dorf» statt. Verschiedene Künstler werden im ganzen Dorf vier Pavillons in Lesezimmer verwandeln. Für Besucher findet in diesem Zusammenhang ein geführter Rundgang zu den Werken statt. Am Samstag gibt es «Lesungen an verstohlenen Orten». Die Lesungen werden in alten Industriegebäuden stattfinden. Hier werden vier Autorinnen und Autoren Einblick in ihr literarisches Schaffen, um die Themen Identität, Herkunft und Heimat geben. Sie bringen jeweils einen Gast mit und treten im Duett auf. Parallel dazu können Kinder ein spezielles Programm besuchen. Am Sonntag und Montag werden die Literaturtage von zwei musikalischen Matinees abgerundet.