Im Internet statt in Urnäsch: Wegen der Coronakrise wird die Freizeitarbeiten-Ausstellung virtuell durchgeführt

Die Freizeitarbeitenausstellung kann aufgrund der momentanen Situation nicht wie geplant in Urnäsch durchgeführt werden. Gezeigt werden die Arbeiten der rund 160 Lernenden aus dem Appenzellerland aber trotzdem – im Internet.

Claudio Weder
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Die Freizeitarbeitenausstellung zieht jedes Jahr rund 5000 Besucherinnen und Besucher an.

Die Freizeitarbeitenausstellung zieht jedes Jahr rund 5000 Besucherinnen und Besucher an. 

Bild: APZ

Auch in diesem Jahr haben sie sich für die Freizeitarbeitenausstellung wieder ins Zeug gelegt: Tage, Nächte, ja sogar Ferien haben die rund 160 angemeldeten Lernenden aus über 40 Berufen in ihre privaten Projekte investiert. Wegen des Corona-Virus können die Arbeiten nun aber nicht wie geplant vom 17. bis 19. April in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ausgestellt werden sie trotzdem – wenn auch nicht in Urnäsch, sondern im Internet.

Vom 5. bis 16. April können die Lernenden ihre Arbeiten auf der Internetseite www.freizeitarbeiten.ch hochladen. Dafür haben die Verantwortlichen ein spezielles Tool eingerichtet. Wie die Jugendlichen ihre Projekte präsentieren, bleibt ihnen überlassen. «Es dürfen bis zu vier Bilder, Videos in der Länge von maximal zwei Minuten oder Powerpointpräsentationen mit bis zu vier Seiten verwendet werden», sagt Andreas Welz, Präsident der Kommission Freizeitarbeiten. Ab Samstag, 18. April, wird der virtuelle Ausstellungsraum dann für zwei Wochen zugänglich sein.

Dem Engagement der Lernenden gerecht werden

Andreas Welz ist froh, dass die diesjährige Freizeitarbeitenausstellung nicht komplett abgesagt werden musste.

«Wir wollten damit ein positives Zeichen setzen, jetzt in dieser Zeit, in der es überall nur noch Absagen hagelt.»

Die Ausstellung habe eine 120-jährige Tradition und sei selbst während der beiden Weltkriege immer durchgeführt worden. «Sie einfach ausfallen zu lassen, würde dem Engagement der Lernenden nicht gerecht werden», sagt Welz. Die Arbeiten seien stets mit enormem Aufwand verbunden.

«Manche Lernende investieren Hunderte von Stunden.»

Aus diesem Grund habe man ein angepasstes Konzept einer Absage oder Verschiebung der Ausstellung vorgezogen. «Nicht zuletzt wollen wir damit auch jene Teilnehmenden motivieren, welche ihr Projekt bis jetzt noch nicht abgeschlossen haben.»

Andreas Welz, Präsident Kommission Freizeitarbeiten.

Andreas Welz, Präsident Kommission Freizeitarbeiten.

Bild: PD

Ob alle 160 Lernenden ihre Arbeiten für die virtuelle Ausstellung zur Verfügung stellen, kann Andreas Welz momentan noch nicht abschätzen. Er ist aber überzeugt, dass das angepasste Format zusätzliche Anreize für die Jugendlichen bieten könne.

«Die virtuelle Ausstellung bietet den Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre Projekte breit zu streuen, etwa über die Sozialen Medien oder andere Kanäle.»

Damit könne ein völlig neuer Effekt erzielt werden, die Besucherinnen und Besucher werden auf einer anderen Ebene abgeholt. Zudem bleibe dadurch der «Plattform-Charakter» der Freizeitarbeitenausstellung erhalten.

Das Publikum kann sich als Jury betätigen

Neu werden die Freizeitarbeiten bewertet. Diesen Part übernimmt eine Jury aus dem aktuellen OK von Urnäsch und den Mitgliedern der Kommission Freizeitarbeiten. Die drei originellsten Arbeiten erhalten einen Preis. «Was es ist, verraten wir natürlich noch nicht», sagt Welz und lacht.

Auch die Besucherinnen und Besucher können sich als Jury betätigen. Während sie sich durch den virtuellen Ausstellungsraum klicken, haben sie die Möglichkeit, an einem Voting teilzunehmen. Die Freizeitarbeit mit den meisten Stimmen erhält den Publikumspreis. «Die Jugendlichen werden dadurch animiert, ihre Angehörigen und Freunde zu motivieren, für sich zu voten», sagt Welz. Alle Jugendlichen, welche an der virtuellen Ausstellung teilnehmen, erhalten zudem ein Geschenk.

Hinweis: Die virtuelle Freizeitarbeitenausstellung kann vom 18. April bis 3. Mai auf www.freizeitarbeiten.ch besucht werden.