Im «Hinketakt» zum Anschlusszug

Der Fahrplan 2014 ist ein komplexes Gebilde. Jede Verschiebung hat Auswirkungen – manche sind nicht angenehm, lassen sich aber nicht vermeiden. Doch das Appenzellerland wird nicht abgehängt vom nationalen Fernverkehr.

Julia Nehmiz
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Die Appenzeller Bahnen bemühen sich um Anschluss an den Fernverkehr. (Bild: lexi)

Die Appenzeller Bahnen bemühen sich um Anschluss an den Fernverkehr. (Bild: lexi)

APPENZELLERLAND. «Im Vergleich zur SBB sind wir natürlich eine kleine Nummer», sagt Alexander Liniger. Der Mediensprecher der Appenzeller Bahnen (AB) ist nicht glücklich über die neue Umsteigesituation tagsüber in Gossau. Die SBB wollen den Zugverkehr zwischen Zürich und St. Gallen beschleunigen, da kann nur bedingt Rücksicht genommen werden auf Pendler aus dem Appenzellerland. «Man muss aber keine Angst haben, dass das Appenzellerland abgehängt wird», beruhigt Liniger, «das wird nicht passieren.»

Abfahrtszeiten variieren

Um die Umsteigesituation in Gossau zu verbessern, sind die AB zwar in Gesprächen mit der SBB. Doch müssen die Fahrgäste auf den nächsten Fahrplanwechsel 2015 vertröstet werden.

Damit Pendler ab Dezember nicht allzu lange warten müssen, fahren die AB im «Hinketakt» von Wasserauen nach Gossau. «Hinketakt heisst, dass die Abfahrtszeiten variieren», sagt Liniger. So bleiben die Anschlüsse in Gossau zumindest zu den Hauptverkehrszeiten gleich wie bisher.

«Das ist eine Kostenfrage»

Lukas Gunzenreiner bedauert die Situation in Gossau. Doch der Ausserrhoder Departementssekretär hebt die vielen Verbesserungen hervor, die der Fahrplanwechsel mit sich bringe. «Zu Hauptverkehrszeiten erreichen wir fast einen Viertelstundentakt von Herisau nach St. Gallen.» Die Zugfrequenzen zwischen den Orten variieren zwischen 19 und elf Minuten. Doch ausserhalb der Pendlerzeiten muss teils eine halbe Stunde auf den nächsten Zug gewartet werden – «das ist eine Kostenfrage, aber grundsätzlich ausbaubar», sagt Gunzenreiner. Auch den Wegfall der letzten Verbindung von St. Gallen nach Schachen bei Herisau bedauert er – auch das eine Kostenfrage. Apropos Kosten: Der Kanton Ausserrhoden zahlt für den öffentlichen Nahverkehr im Jahr 2013 Abgeltungen für Betrieb und Angebot sowie Investitionsbeiträge in Höhe von 11,2 Millionen Franken.

Eine Verbesserung sei bei etlichen Buslinien auszumachen: So wurden die Anschlüsse in Heiden, Herisau und Urnäsch auf Bahn und Busse abgestimmt.

Der neue Fahrplan 2014 der AB ist auf www.appenzellerbahnen.ch; weitere Verbindungen auf www.fahrplanentwurf.ch