Im Banne des Gipfeltreffens

Noch sind neun Runden zu absolvieren, aber am Samstag könnte auf der Henauer Rüti im 2.-Liga-Spitzenkampf zwischen Uzwil und Bazenheid eine Vorentscheidung fallen. Die Gäste führen die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung an und möchten diesen weiter ausbauen.

Beat Lanzendorfer
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Ebnat-Kappel (in Blau) reist innert drei Tagen zweimal ins Glarnerland und möchte den Rückstand auf Leader Netstal wenn möglich verkürzen. (Bild: Walter Züst)

Ebnat-Kappel (in Blau) reist innert drei Tagen zweimal ins Glarnerland und möchte den Rückstand auf Leader Netstal wenn möglich verkürzen. (Bild: Walter Züst)

FUSSBALL. Der Fussball kann ungerecht sein. Wer nach 13 Runden von möglichen 39 Punkten deren 34 (Bazenheid) respektive 33 (Uzwil) realisiert hat, der spielt eine überragende Saison. In anderen Jahren oder beispielsweise in der Gruppe 1, in der die Rheintaler Mannschaften eingeteilt sind, hätte dies den sicheren Aufstieg zur Folge. Weil aber gleich zwei Teams derart dominant auftreten, muss eines nach Abschluss der Saison in den sauren Apfel beissen.

2. Liga Gruppe 2

Der Leaderwechsel am letzten Samstag wurde möglich, weil Uzwil in den vergangenen drei Spielen nur fünf Punkte holte. Zuerst gab es noch im Herbst das 2:2 gegen Henau, dann folgte zum Start der Rückrunde ein 5:2 über Winkeln und zuletzt das 0:0 in Rorschach. Bazenheid gab sich im gleichen Zeitraum keine Blösse und fertigte der Reihe nach Wängi (5:2), Calcio Kreuzlingen (5:0) und Bischofszell (2:0) ab. Eine Prognose, welcher Seite die Favoritenrolle zukommt, ist schwierig. Das Momentum gehört sicher Bazenheid.

Die Mannschaften sind aber derart ausgeglichen, so dass dem Faktor «Tagesform» eine nicht zu unterschätzende Rolle zukommt. Laut Aussage von Uzwil-Präsident Robin Keller kämpft seine Mannschaft mit einigen Verletzungssorgen, während die Gegenseite ziemlich aus dem Vollen schöpfen kann. Nebst des Spitzenkampfes werden noch weitere fünf Spiele angepfiffen, in denen durchaus Brisanz drin ist. So braucht Calcio Kreuzlingen nach zwei Nullern in Serie in Bischofszell ein Erfolgserlebnis, um nicht weiter nach hinten abzurutschen. Fünf vor zwölf schlägt es auch in Goldach, wo das aufstrebende Winkeln gastiert. Geht das Heimteam leer aus, droht ein Abstiegsplatz.

Von dort will sich Henau endlich verabschieden. Bedingung ist ein Dreier in Tägerwilen. Längst nicht aus dem Schneider ist Wängi trotz des Sieges in Kreuzlingen. Nun misst sich die Truppe von Trainer Heinz Balzli mit Abtwil, das im neuen Jahr einen bärenstarken Eindruck hinterlässt.

3. Liga Gruppe 4

Bütschwil gab am Dienstag ein starkes Lebenszeichen von sich und führte gegen die Spitzenelf aus Schmerikon bis zur 89. Minute mit 1:0, dann kassierten die Toggenburger noch den Ausgleich. Nun wäre es wichtig, eine ähnliche Leistung gegen Mitkonkurrent Gossau abzurufen. Nur Erfolge gegen direkte Widersacher verschaffen Luft nach hinten.

Kirchberg darf nach Uzwil 2b (1:1) zum zweitenmal innert fünf Tagen zu Hause antreten. Der Leader ist im Frühjahr noch makellos und hat auch gute Erinnerungen an den 31. August. Damals demontierte er Kirchberg mit 7:0. Es war der bisher höchste Saisonsieg in dieser Gruppe. Die Sonnmatt-Boys gedenken zum einen diese Schmach zu tilgen, dann geht es auch darum, sich weiter von hinten aus dem Staub zu machen.

Wer den Auftritt der Wattwiler am letzten Samstag gegen Uzwil mitverfolgte, war beeindruckt. Die Mannschaft wirkte unwiderstehlich und entschlossen, noch einmal in die Aufstiegsentscheidung einzugreifen. Falls der Aufwärtstrend auch gestern gegen Flawil anhielt, dann ist die De-Luca-Elf nun erster Verfolger von Eschenbach. Da darf auch Schlusslicht Herisau 2 nicht zum Stolperstein werden, das am Sonntag in Wattwil seine Visitenkarte abgibt – dann wieder auf der Grüenau. Grösstes Sorgenkind in der 3. Liga bleibt Neckertal-Degersheim. Das 0:3 in Flawil war nicht berauschend, das Erwachen mit dem punktgleichen Zweitletzten Uzwil 2b hart. Im direkten Vergleich entscheidet sich, wer kurz einmal durchatmen kann.

4. Liga Gruppe 7

Nachbarschaftshilfe zwischen Bütschwil und Bazenheid. Weil letztere bei Leader Dussnang mit 1:0 gewonnen haben, ist Bütschwil auf den Thron gestiegen. Der Abstiegskandidat der letzten Jahre hat sich zu einem ernsthaften Aufstiegsanwärter gemausert. Noch fehlen acht Runden, um die Sensation zu realisieren. Weil bis im Juni noch mehrere Derbies anstehen, das erste am Sonntag in Kirchberg, ist der Weg noch sehr steinig.

4. Liga Gruppe 8

Wattwil Bunt ist es am Sonntag nicht gelungen, Netstal ein Bein zu stellen. Der Vorsprung der Glarner beträgt aus Toggenburger Warte weiterhin frustrierende acht und mehr Punkte. Nun darf sich Bazenheid am Samstag am Führenden die Zähne ausbeissen. Apropos Bazenheid: Die Mannschaft von Trainer Kurt Heinzelmann reist heute nach Uznach und möchte zu einer Serie starten, welche die dürftigen Leistungen im Herbst vergessen lassen. Im weiteren geht es auch darum, im Abstiegskampf nicht zwischen die Fronten zu gelangen. Ebnat-Kappel erwartet innert dreier Tage ein heisser Glarner Tanz. Am Sonntag zückt die Elf ihre Visitenkarte bei Linth 04. Halten sich die Obertoggenburger schadlos, kann man am Dienstag zwischen Netstal und Ebnat-Kappel durchaus von einem Spitzenkampf sprechen, auch wenn die Differenz zwischen Leader und Verfolger acht Zähler ausmacht.

Frauen NLB 2. Liga

Die Kirchbergerinnen haben ihr Selbstvertrauen wieder gefunden und zum Start der Abstiegsrunde einen Teilerfolg in Worb errungen. Ein Heimsieg gegen Thun Berner Oberland und die Abstiegsplätze wären mit grosser Sicherheit passé – vorerst. Zwei Klassen tiefer gilt es für Ebnat-Kappel in Triesen den dritten Nuller in Folge zu vermeiden. Die Gemeinschaft Neckertal-Bütschwil hat sich nach dem 0:1 in Thusis gegen Wittenbach (3:0) rehabilitiert. Ganz nach vorn wird es trotzdem nicht mehr reichen. Der nächste Gegner heisst am Sonntag Wil.

Schweizer Cup (Vorrunde)

Nach sechs Runden entscheidet, welche regionalen Vereine die Ostschweiz im Schweizer Cup vertreten dürfen. Die Sieger der Partien Tägerwilen (2.) – Uzwil (2.), Dienstag, 20.15, und Rheineck (3.) – Wittenbach (3.), Mittwoch, 20 Uhr, qualifizieren sich für die Hauptrunde.

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