Fünf-Personen-Regel missachtet
Grosse Gruppen, keine Bussen: Polizei verhindert in Schönengrund Fasnachtsumzug – Menschenansammlungen auch in Herisau

Am Samstagnachmittag hat die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden an mehreren Orten im Appenzeller Hinterland grössere Menschenansammlungen auflösen müssen. Unklar ist, ob eine Versammlung in Schönengrund mit dem normalerweise an diesem Tag stattfindenden Fasnachtsumzug in Verbindung steht – auch in Herisau musste die Polizei an die Fünfpersonen-Regelung erinnern.

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Dieses Jahr verhindert Corona Fasnachtsumzüge – doch nicht alle halten sich daran.

Dieses Jahr verhindert Corona Fasnachtsumzüge – doch nicht alle halten sich daran.

Symbolbild: Archiv/Donato Caspari

(kpar/mc) Kurz nach dem Samstagmittag erhielt die Kantonspolizei die Meldung, dass sich in Schönengrund ein Fasnachtsumzug formiere. Unverzüglich rückten die Einsatzkräfte mit mehreren Patrouillen aus. Sie trafen etwa 200 Personen auf den Strassen sowie rund 100 verkleidete Personen auf dem Areal des Mehrzweckgebäudes an. Daniel Manser, Mediensprecher der Ausserrhoder Kantonspolizei sagt:

«Es wäre zu einem Fasnachtzsumzug gekommen, wenn die Polizei nicht interveniert hätte.»

Nach Eintreffen der Patrouille entfernten sich die Fasnächtler innert kürzester Zeit. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass die Mehrheit der Verkleideten aus umliegenden Gemeinden stammen, so Manser.

Die Personen auf der Strasse, welche offensichtlich auf den Beginn des Umzuges warteten, wurden über die geltenden Bestimmungen in Bezug auf die Covid-Verordnung aufmerksam gemacht, wie die Polizei weiter meldet. Die Gruppierungen lösten sich in der Folge auf, es mussten keine Bussen ausgesprochen werden. «Wir suchen in solchen Situationen stets den Dialog», erklärt der Polizeisprecher das Vorgehen. «Da sich die Leute einsichtig zeigten, wurde auf das Aussprechen von Bussen verzichtet.»

Dorffasnacht wurde abgesagt

Über 1000 Mitwirkende zählt der Schönengründler Fasnachtsumzug normalerweise. Bund ging es auch bei der letztmaligen Durchführung im Jahr 2019 zu und her.

Über 1000 Mitwirkende zählt der Schönengründler Fasnachtsumzug normalerweise. Bund ging es auch bei der letztmaligen Durchführung im Jahr 2019 zu und her.

Bild: Jesko Calderara (9. März 2019)

Schönengrunds Gemeindepräsident Thorsten Friedel weiss nicht, weshalb sich die Leute am Samstag in Schönengrund versammelten. An diesem Tag fände normalerweise der Schönengröndler Fasnachtsumzug statt – mit jeweils über 1000 Mitwirkenden einer der grössten der Region. Friedel sagt:

«Es waren weitherum Böller zu hören.»
Thorsten Friedel, Gemeindepräsident von Schönengrund.

Thorsten Friedel, Gemeindepräsident von Schönengrund.

Bild: PD

Friedel hatte keinerlei Kenntnisse, dass sich in Schönengrund am Samstag Fasnächtler treffen wollten. Die örtliche Guggenmusik und das Fasnachtskomitee hatten sämtliche Fasnachtsveranstaltungen im Dorf frühzeitig abgesagt. Er sagt: «Ich bin froh, haben sich unsere Fasnächtler korrekt verhalten.» Es sei bedauerlich, dass Weisungen verletzt worden sind, ein gewisses Verständnis für die Situation der Jungen habe er aber.

Der Sohn des Gemeindepräsidenten, Samuel Friedel, präsidiert die Schönengründler Guggenmusik Bläächi-Lömpe. «Von uns war niemand dabei», betont er auf Nachfrage.

Anfang vergangener Woche hatte ein Fasnachtsumzug, der in Appenzell stattgefunden hatte, für Aufsehen gesorgt. Der Anlass, der gegen die Coronaregeln verstiess, wurde durch ein Video bekannt, das auf Whatsapp die Runde machte.

Menschenansammlungen auf dem Sportplatz Kreckel in Herisau

Im Verlauf des Samstagnachmittags musste die Ausserrhoder Kantonspolizei zudem in Herisau mit mehreren Patrouillen intervenieren. Auf dem Sportplatz Kreckel und dem angrenzenden Generationenspielplatz hielten sich etwa 150 Personen in verschiedenen Gruppengössen auf und missachteten dabei teils die geltenden Vorschriften. Die Polizei machte die Anwesenden auf die geltende Fünfpersonen-Regelung aufmerksam. Da die Leute einsichtig waren und den Ort verliessen, mussten auch hier keine Bussen ausgestellt werden.

Der Generationenspielplatz Kreckel in Herisau.

Der Generationenspielplatz Kreckel in Herisau.

Bild: PD

Aufgrund des schönen Wetters sei nicht auszuschliessen, dass es zu weiteren unerlaubten Menschenansammlungen komme, sagt Polizeisprecher Daniel Manser. Am Sonntag sei die Kantonspolizei mit dem üblichen Patrouillenaufgebot unterwegs.