«il mosaico» und der Norden

Unter dem Titel «Frn Norr» (aus dem Norden) präsentiert das Jugendorchester «il mosaico» Werke von Grieg (Peer Gynt), Svendsen, Vasks und Sibelius (Finlandia). ln Wattwil gastieren die Musiker am 15. Mai.

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Wattwil. Jeweils im Frühjahr erarbeitet das Jugendorchester «il mosaico», das Orchester der Kantonsschule Wattwil und der Musikschule Toggenburg, ein grosses sinfonisches Programm, in den Proben daheim, aber abschliessend auch in einem einwöchigen Musiklager. Der Dirigent des Orchesters Hermann Ostendarp und sein Kollege Wilfrid Stillhard stellen für dieses Programm des Orchesters jeweils Werke zusammen, die den Jugendlichen die Begegnung mit toller Musik und die Zusammenarbeit mit jungen Solisten ermöglichen.

Peer Gynt und…

Endlose Seenlandschaften und nachtfinstere Wintertage, taghelle Sommernächte – Inspiration genug für eine Vielzahl skandinavischer Komponisten des späten 19. Jahrhunderts. Geprägt von der Weite archaischer Landschaften, nordischen Sagenwelten, aber auch von einem aufflammenden Nationalbewusstsein schufen sie Musik, die sich stets im Spannungsfeld von Dramatik und Melancholie bewegt. So einerseits die äusserst populäre Musik, die Edvard Grieg zu Ibsens Schauspiel «Peer Gynt» schuf. Sie ist eine stimmungsvolle Verbeugung vor Norwegen. Oder andererseits Jean Sibelius' grandioses «Finlandia», eine Hymne reinsten Ausdruckes der finnischen Volksseele.

Wunderbare Romanze

Daneben gibt es aber auch weniger bekannte Juwelen zu entdecken, zum Beispiel die wunderbare «Romanze» für Violine und Orchester des Norwegers Johann S. Svendsen, aber auch «Lauda» von Peteris Vasks. Das Stück, welches der lettische Komponist als sein zentrales Werk betrachtet, zeugt von der unheimlichen Kraft der Komponisten aus Europas Osten, die mit ihren Klangwelten in vielen Musikzentren der westlichen Welt heute weit mehr als Geheimtips sind.

Nachwuchsförderung

«il mosaico» schafft seit vielen Jahren für Schülerinnen und Schülern unserer Region die Möglichkeit, anspruchsvollere Werke der Orchesterliteratur zu erarbeiten. Ein Zugang zur Musik der grossen Meister wird somit ermöglicht. «il mosaico» gibt dabei regelmässig jungen, aussergewöhnlichen Talenten – auch aus den eigenen Reihen – die Gelegenheit, als Solist mit dem Orchester zu spielen. Zumeist können sie dabei auf einer ersten Erfahrung aufbauen, die ihnen durch ein solistisches Auftreten mit dem Streicherensemble Vivaldissimo ermöglicht wurde. Diese kontinuierliche Förderung ist insbesondere für jene, die sich später auch beruflich der Musik zuwenden wollen, eine sehr wichtige Gelegenheit, um sich Auftrittsroutine zu erarbeiten. Damit erhielten schon viele junge Musizierende der Kantonsschule Wattwil und der Musikschule Toggenburg wichtige Impulse.

Geigerin aus dem Toggenburg

Fabienne Früh kommt aus Nesslau, wo sie mit ihren drei Schwestern und den Eltern wohnt. Im Alter von sieben Jahren begann sie mit dem Geigenspiel. An der Musikschule Toggenburg waren Silvia Gmür und Hermann Ostendarp ihre Geigenlehrer, seit Sommer 2009 wird sie von Eiko Furusawa in Zürich unterrichtet. Fabienne macht in diesem Sommer an der Kantonsschule Wattwil ihre Matura, dies mit dem Schwerpunktfach Musik. Danach will sie Musik studieren.

Fabienne Früh ist seit 2006 Mitglied von «il mosaico», seit drei Jahren als Konzertmeisterin des Orchesters. Zwei ihrer Lieblingskomponisten sind Bach und Brahms. Dies sicher auch, da das Erlebnis die 1. und 2. Sinfonie von Brahms Sinfonien im «il mosaico» zu spielen für sie ganz speziell war. Neben der Schule, dem Orchesterspiel und dem eigenen Üben macht sie mit der Familie auch traditionelle Toggenburger Striichmusig. (pd)

«il mosaico» ist zu hören, in der St. Laurenzen Kirche St. Gallen am Samstag, 14. Mai, um 19.30 Uhr und in der evangelischen Kirche Wattwil am Sonntag, 15. Mai, um 19 Uhr. Weitere Informationen unter: www.ilmosaico.ch. Der Eintritt ist frei, eine Kollekte wird erhoben.

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