IG Umfahrungsstrassen nahe am Ziel

Am Donnerstag fand im Restaurant Hirschen die Hauptversammlung der IG Umfahrungsstrassen Bütschwil und Wattwil statt. Eröffnet sollen beide Strassenabschnitte bis zum Jahr 2019 werden – für Wattwil steht aber noch die Bearbeitung letzter Beschwerden aus.

Stefan Feuerstein
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Sichtliche Freude über die Fortschritte der Umfahrungsstrassen: (von links) Urs Früh, Präsident der IG, Maria Kaiser, Wattwiler Gemeinderätin und Karl Brändle, Bütschwiler Gemeindepräsident. (Bild: Stefan Feuerstein)

Sichtliche Freude über die Fortschritte der Umfahrungsstrassen: (von links) Urs Früh, Präsident der IG, Maria Kaiser, Wattwiler Gemeinderätin und Karl Brändle, Bütschwiler Gemeindepräsident. (Bild: Stefan Feuerstein)

BÜTSCHWIL. Urs Früh, Präsident der IG Umfahrungsstrassen Bütschwil und Wattwil, freute sich anlässlich der Hauptversammlung sichtlich über die Fortschritte der vergangenen Jahre: «Unser Verein wurde 2003 gegründet und auf Fahrt gebracht, mittlerweile haben wir rund 580 Mitglieder. Nun zeichnen sich Ergebnisse ab, wir haben unser Ziel erreicht.» In seinem Rückblick setze er einen Fokus auf den vergangenen Juli, als bekannt wurde, dass sämtliche Einsprachen in Bütschwil erledigt seien. «Bütschwil kann umfahren werden, nun müssen nur noch in Wattwil die letzten Hindernisse ausgeräumt werden», so Früh.

Laufende Beschwerden

Die Wattwiler Gemeinderätin Maria Kaiser, die stellvertretend für den Gemeindepräsidenten Alois Gunzenreiner an der Hauptversammlung der IG Umfahrungsstrasse Bütschwil und Wattwil anwesend war, ging dann auch gleich auf die besagten Probleme ein. Von ursprünglich 50 Einsprachen seien 34 zurückgezogen worden. Aus den Verhandlungen hätte es einige kleine Projektänderungen gegeben, in welche die Bevölkerung bis Mitte der Woche Einsicht nehmen konnte. «Die St. Galler Regierung hat an ihrer Sitzung von Mitte August die restlichen 16 Einsprachen begründet abgewiesen. Bei vier Einsprachen sind aber beim Verwaltungsgericht Beschwerden gegen den Entscheid der Regierung eingegangen», sagt Maria Kaiser. Da es sich dabei um laufende Verfahren handle, könne nichts über deren Inhalt gesagt werden. Aufgrund der Beschwerden wird sich der Baubeginn der drei Kilometer langen Umfahrung aber voraussichtlich um bis zu zwei Jahre verzögern. Die Kosten belaufen sich auf circa 123 Millionen Franken. «Da die Bauarbeiten in Wattwil weniger lange dauern, besteht unser Ziel nun darin, beide Projekte gleichzeitig abzuschliessen», so Maria Kaiser weiter.

Fünf bis sechs Jahre Bauzeit

Anders als in Wattwil stehen in Bütschwil bereits die Termine für Detailplanung und Baustart fest. Die Verantwortlichen des Kantons haben in den vergangenen Monaten bereits mit dem Landerwerb für die 3,8 Kilometer lange Umfahrung begonnen, die Ingenieurarbeiten wurden ebenfalls schon ausgeschrieben. «Bis Oktober 2013 soll die Detailplanung für die Strecke und die geplanten vier Brücken und Tunnels stehen. Zu diesem Zeitpunkt will die Kantonsregierung ebenfalls die Arbeiten vergeben», erklärt der Bütschwiler Gemeindepräsident Karl Brändle. Der Bau soll danach im Frühjahr 2014 starten – für die geplanten drei Etappen wird eine Bauzeit von fünf bis sechs Jahren erwartet. «Für die Bevölkerung von Bütschwil und Dietfurt ist die jetzige Situation mit einem immer höheren Verkehrsaufkommen unerträglich. Die Umfahrung ist ein wichtiges Projekt, das für die Gemeinden eine entscheidende Verbesserung bringt», ist Karl Brändle überzeugt.

Bis zum Schluss dabei

Obwohl der Vorstand der IG Umfahrungsstrassen 2010 für zwei Jahre gewählt wurde, kam es heuer zu keinen personellen Veränderungen. Die Leitung des Vereins hat beschlossen, bis zum Baubeginn der Umfahrungsstrassen aktiv zu bleiben. Zum Schluss bedankte sich Vereinspräsident Urs Früh bei allen Beteiligten, allen voran den Gemeinden, für die gute Zusammenarbeit und ihren Einsatz für die Öffentlichkeit. «Es ist nun einmal die Realität, dass Strassen gepflegt, angepasst und entwickelt werden müssen», so Urs Früh. «Eine Umfahrung ist zwar kein Allerheilmittel für die wirtschaftliche Prosperität in Randregionen – es braucht sie aber, wenn das Toggenburg vorankommen will.»