IG Tüüfner Engpass, Gewerbeverein und FDP Teufen fordern Abstimmung über den Tunnel-Projektierungskredit

Die Forderung nach einer Abstimmung über einen Tunnel-Projektierungskredit in Teufen wird wieder laut. Gleich drei Gruppierungen erachten die Begründung für die Absage des Urnengangs im vergangenen September als fragwürdig.

Astrid Zysset
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Die Doppelspur ist in Teufen schon länger umstritten. Diese sieht vor, dass sich die Züge der AB in den Strassenverkehr eingliedern.

Die Doppelspur ist in Teufen schon länger umstritten. Diese sieht vor, dass sich die Züge der AB in den Strassenverkehr eingliedern.

Bild: David Scarano

Sie lassen nicht locker: Die IG Tüüfner Engpass hat nun zusammen mit dem Gewerbeverein und der FDP ein Schreiben mit der Forderung verfasst, dass die abgesagte Abstimmung über den Tunnel-Projektierungskredit erneut angesetzt wird.

Im September hätte das Teufner Stimmvolk über den Kredit an der Urne befinden sollen. Doch kurz zuvor wurde die Abstimmung abgesagt. Die Appenzeller Bahnen (AB) wie auch das kantonale Departement Bau und Volkswirtschaft gaben an, dass der Tunnel aus aktueller Fahrplansicht der falsche Lösungsansatz sei. Die neusten Vorgaben des Bundes und der SBB zum Angebotskonzept 2035 würden zeigen, dass nur mit einer Doppelspur die Anschlüsse an den Fernverkehr in St. Gallen sichergestellt werden können. Die Entwicklungsschritte zu diesem Fahrplankonzept 2035 und die damit einhergehende Infrastruktur, die verlangt wird, werden in den kommenden Monaten noch verifiziert. Bis Anfang 2021 sollen die Ergebnisse vorliegen.

Die FDP, der Gewerbeverein wie auch die IG zeigen sich in ihrer Mitteilung erstaunt, dass trotz der angesetzten Überprüfung das Projekt Doppelspur weiter vorangetrieben wird. In ihren Augen wäre es Fairplay gewesen, wenn auch der Kanton und die AB die Überprüfung des Fahrplankonzepts abwarten würden.

Absagebegründung wird als fragwürdig erachtet

Vordergründiger Anlass, warum sich die drei Gruppierungen zum Verfassen einer Medienmitteilung veranlasst sahen, ist aber ein anderer. Sie beurteilen gemäss Schreiben einhellig die Begründung der Absage der Abstimmung mit dem Fahrplankonzept 2035 als fragwürdig. Die Spezialisten bei den AB und beim Kanton hätten schon in den letzten zehn Jahren darauf hinweisen können, dass die Fahrplansicherheit mit einer Doppelspur allenfalls zuverlässiger erreicht werden könne, heisst es weiter. Bisher wurde vom Bund, vom Kanton und von den AB jedoch stets kommuniziert, dass eine Tunnellösung möglich sei, sofern die Gemeinde Teufen die Mehrkosten übernehme. Als Grundlage für die weitere Diskussion erachten es die drei Gruppierungen daher als zwingend notwendig, dass das Fahrplankonzept mit all seinen Varianten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Abstimmung nach Fahrplanüberprüfung gefordert

Dass nur aufgrund des Kriteriums Fahrplan ein Tunnel nicht möglich sein soll, überzeugt die Vertreter der drei Gruppierungen nicht. Deshalb erwarten sie, dass im Anschluss an die Fahrplanüberprüfung so rasch wie möglich eine Abstimmung über einen Projektierungskredit für eine Tunnelvariante angesetzt wird. Denn: Bei einer Annahme dieses Kredits könnten die Baukosten für einen Tunnel korrekt evaluiert werden. Somit könnten einer Variante Doppelspur durch den Ortskern genaue Kosten für die Tunnelvariante als gleichwertige Entscheidungsgrundlage für eine spätere demokratische Abstimmung gegenübergestellt werden.

Gemeindepräsident Reto Altherr will sich auf Anfrage nicht zum Schreiben der drei Gruppierungen äussern. Aber kommenden Dienstag werde es im Gemeinderat behandelt.