Braucht es die IG Starkes AR noch? Das wurde an der Jahresversammlung diskutiert

Auflösen oder weitermachen: An der Versammlung der IG Starkes AR ist deren weitere Existenz ein Thema. Sie hängt auch von der Fusionsinitiative ab.

Jesko Calderara
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Wie sich die IG Starkes AR künftig in die Debatte um die Gemeindestrukturen einbringt, ist offen. (Illustration: Stefan Bogner)

Wie sich die IG Starkes AR künftig in die Debatte um die Gemeindestrukturen einbringt, ist offen. (Illustration: Stefan Bogner)

Kürzlich hat der Kantonsrat in erster Lesung die Volksinitiative «Starke Ausserrhoder Gemeinden» zurückgewiesen. Nun muss der Regierungsrat einen Gegenvorschlag ausarbeiten. Zumindest was den zeitlichen Fahrplan betrifft, ist dies ein kleiner Rückschlag für das Anliegen. Bei den Initianten herrscht dennoch vorsichtiger Optimismus. «Ich kann mit dem Entscheid des Kantonsrates einigermassen leben», sagte Roger Sträuli, Präsident der IG Starkes Ausserrhoden, am Donnerstag an der Jahresversammlung im Gasthaus Bären in Speicherschwendi. Die Regierung könne nicht einfach zur Tagesordnung schreiten.

Wie und wann es mit der Initiative weitergeht, ist offen. Eine Rolle spielt dabei auch die laufende Totalrevision der Kantonsverfassung. Die Resultate der Verfassungskommission könnten in den Gegenvorschlag einfliessen. Ursprünglich war die Abstimmung über die Fusionsinitiative für den Herbst vorgesehen. Dieser Zeitplan lässt sich nun nicht mehr einhalten. Sträuli rechnet mit dem Gegenvorschlag frühestens Anfang des nächsten Jahres.

Bänziger tritt aus dem Vorstand zurück

Dies hat auch Auswirkungen auf die weitere Existenz der IG Starkes AR. Sie wurde ins Leben gerufen, um die Diskussion zu den Gemeindestrukturen anzukurbeln. Die Zukunft der IG war an der Versammlung ebenfalls ein Thema. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist, weiterzumachen bis es konkrete Ergebnisse, wie Fusionen gibt. Auch die Behandlung zusätzlicher Themen oder gar die Auflösung der IG, sofern deren Ziel erreicht ist, sind denkbar.

Bei den Anwesenden gab es zu diesen Fragen unterschiedliche Ansichten. Man müsse den Zeitpunkt festlegen, wann es die IG nicht mehr brauche, fanden einige. Andere wiederum sprachen sich dafür aus, auch Aspekte wie die Strukturen des Spitalverbundes oder der Schulen zu thematisieren. Es sei zudem wichtig, die jungen Generationen für diese Anliegen zu begeistern, sagte ein Mitglied. Der Vorstand wird nun alle Optionen prüfen. Das Gremium arbeitet künftig allerdings in einer anderen Zusammensetzung. So hatte Markus Bänziger auf die Jahresversammlung hin seinen Rücktritt eingereicht. Er gehörte seit der IG-Gründung im Jahr 2014 dem Vorstand an. Weil Bänziger im November 2018 Direktor der IHK St. Gallen-Appenzell wurde, möchte er sich auf seine berufliche Tätigkeit konzentrieren und die nebenamtlichen Verpflichtungen reduzieren. Die übrigen Vorstandsmitglieder Markus Brönnimann, Annette Joos, Max Nadig, Walter Nef, Roger Sträuli, Stephan Wüthrich, Herbert von Burg und Andreas Zuberbühler wurden für ein weiteres Jahr gewählt.

Für 2020 deuten sich weitere Rücktritte an, unter anderem jener des Präsidenten. Die Zusammensetzung des künftigen Vorstandes hängt davon ab, wie der Zeitplan bis zur Abstimmung über die Initiative aussieht. Daher wurde am Donnerstag für Bänziger kein Nachfolger gewählt.