Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Herbert Räss - Innerrhoder mit vielen Ideen, aber zum wiederholten Mal ohne Basis

Herbert Räss sieht sich selbst als rotes Tuch im Kanton Appenzell Innerrhoden. Dieser Tage wollte er beim Gewerbeverband zwei Online-Umfragen durchbringen. Der 74-Jährige blitzt ab.
Roger Fuchs
Herbert Räss wird nicht müde, immer wieder eigene Ideen unters Volk zu bringen. (Bild: PD)

Herbert Räss wird nicht müde, immer wieder eigene Ideen unters Volk zu bringen. (Bild: PD)

«Vielleicht bin ich etwas masochistisch veranlagt», sagt Herbert Räss. Immer wieder versucht der heute 74-Jährige Anliegen in Appenzell Innerrhoden zu deponieren, immer wieder fällt er durch. Beispielsweise 2013, als er für die Neunutzung des leerstehenden Kapuzinerklosters in Appenzell eine Gruppenunterkunft vorschlug. Seine Idee stiess im Grossen Rat auf wenig Gehör, stattdessen wollte das Parlament den Abriss des Klosters und eine Umnutzung als Verwaltungsbau verfolgt haben. Oder 2015 und 2017, als er für eine Sanierungsvariante beim Hallenbad kämpfte und im Verlauf der Diskussion den Sportplatz Ziel als möglichen Bauplatz ins Feld führte – verbunden mit dem Vorschlag, einen renommierten Architekten wie Mario Botta zu engagieren. Herbert Räss visionierte dabei gegenüber dem Innerrhoder Gewerbeverband von einem ganz neuen Appenzell. Vergeblich.

Niederlagen bringen Räss nicht vom Weg ab

Dieser Tage holte er beim gleichen Verband erneut Anlauf. Er wollte zwei Online-Umfragen lanciert haben, eine zur Windkraftanlage in Oberegg und eine zur Weiterfinanzierung des Internats am Appenzeller Gymnasium St. Antonius. Das Gewerbe entschied sich nach einem Votum von Landammann Daniel Fässler gegen eine solche Umfrage. Der Landammann sagt auf Anfrage, er hätte sich sinngemäss so geäussert, dass man eine Online-Umfrage schon machen könne. «Es fragt sich aber, was man dann mit dem Resultat macht. Über den Windpark soll selbstverständlich eine Diskussion geführt werden. Ich empfehle aber, dies anhand der Informationen zu tun, welche die Standeskommission in einem Bericht zum Einwendungsverfahren darlegen wird», sagt Fässler.

Herbert Räss, Mitglied der Gruppe für Innerrhoden (GFI), lässt sich durch all diese Niederlagen nicht von seinem Weg abbringen. «Wenn die jungen Menschen sich nicht wehren, muss es eben die ältere Generation tun», sagt er. Bei allem was er in Angriff genommen habe, habe er am Schluss den eigenen inneren Frieden gehabt.

Dem Internat eine Zukunft geben

Schliesslich führt Räss seine Beweggründe aus für die aktuellen Anliegen. So spreche einiges für eine Weiterführung der Internatsschule in Appenzell. Konkret nennt er die vorhandene Infrastruktur, das vielfältige und hohe Kulturangebot, die Nähe zur Hochschule St. Gallen und zum Flughafen Zürich. Herbert Räss ist überzeugt, dass auch ohne die Ordensbrüder ein Internat aufrechterhalten werden kann. Als Beispiel nennt er Engelberg. Die auf Sommer 2020 angekündigte Schliessung des Internats am Gymnasium St. Antonius in Appenzell müsste gemäss Herbert Räss nicht sein. Es hätte einfach mehr Mut gebraucht, mit Vollgas dahinter zu gehen. Daniel Fässler hat auf dieses Votum hin gegenüber dem Gewerbeverband dargelegt, weshalb der das Internat führende Stiftungsrat im Sommer 2017 entschieden hat, das Internat aufzugeben. Wie auch in dieser Zeitung zu lesen war, kann es nicht mehr kostendeckend betrieben werden.

Enttäuscht ist Herbert Räss zudem über den Negativentscheid der Standeskommission zum Windpark in Oberegg. Die Volksabstimmung zum Ausstieg aus der Atomenergie sei schliesslich auch in Innerrhoden angenommen worden. Daniel Fässler wiederum führte im Anschluss an die Erläuterungen des Bauherrn Ruedi Ulmann aus, was der am 20. November publizierte Monitoringbericht des Bundes zur Entwicklung im Energiebereich (Produktion und Verbrauch von Strom und Energie allgemein) von 2000 bis 2017 ergab. Auch hat er die Schwierigkeiten, mit welchen Windkraftprojekte in der Schweiz zu kämpfen haben, erläutert.

Fazit: Herbert Räss nimmt zur Kenntnis, dass er mit seinen Anliegen nicht weiterkommt. Er sei wohl bei der politischen Elite im Kanton ein rotes Tuch, meint er mit Augenzwinkern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.