«Idda»-Baugesuch zurückgezogen

Die Freilichtaufführung «Idda von Toggenburg» wird nicht auf der Weierwiese gezeigt. Die Verantwortlichen lassen sich nicht auf einen Streit mit den Einsprechern gegen das Baugesuch ein.

Silvan Meile
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wil. Mit einem Schreiben vom 5. Januar hat der Verein «Freilichtbühne Thurtal» das Baugesuch mit Verweis auf die vielen Einsprachen (Wiler Zeitung vom 4. Dezember) und den damit verbundenen grossen zeitlichen Aufwand für Abklärungen zurückgezogen.

«Aufführungen finden statt»

Peter Bernhardsgrütter, Co-Initiant der Freilichtaufführungen, erklärt auf Anfrage der Wiler Zeitung, dass man sich nicht auf einen Streit mit den Einsprechern einlassen wolle. Die Aufführungen werden aber trotz des Rückzugs des Baugesuchs stattfinden, zwangsläufig an einem anderen Standort als der Weierwiese. Wo genau das sein wird, ist noch nicht entschieden. Es wird aber wohl in einer Gemeinde im Einzugsgebiet der Stadt Wil sein. Denkbar wäre ein geeigneter Platz mit schönem Ambiente auf dem Gemeindegebiet von Kirchberg oder Fischingen mit ihrer Nähe zur «Idda»-Sage. Mit den Hauptsponsoren hätten diesbezüglich bereits Gespräche stattgefunden. Ein anderer Standort in Wil wird kaum in Betracht gezogen. Ebenfalls kein Thema ist das Dorf Lenggenwil als Aufführungsort.

Keine generelle Ablehnung

Dass das Zeitmanagement der geplanten Freilichtaufführungen keinen zeitaufwendigen Rechtsstreit zulässt, ist naheliegend. Bernhardsgrütter erwähnt aber auch sehr viele «positive und namhafte» Rückmeldungen von Leuten, welche die geplanten Aufführungen auf der Weierwiese begrüsst hätten. Es kann nicht von einer generellen Ablehnung der Wiler Bevölkerung gegen den kulturellen Anlass auf der Weierwiese gesprochen werden.

Im Zeitraum vom 5. August bis 10. September wollte der Verein auf der Weierwiese das kulturhistorische Stück «Idda von Toggenburg» zur Aufführung bringen. Vorgesehen waren insgesamt 21 Aufführungen. Die Bühne, eine Tribüne für 980 Zuschauende, die Kassencontainer, Fest- und Partyzelte sowie ein Theaterdorf mit Marktständen, alles mit einem Zaun umschlossen, hätten dabei rund die Hälfte der Weierwiese belegt. Erste Bauten wären ab Mitte Juli errichtet worden, die letzten Bauten Mitte September wieder abgebrochen worden. Weil diese vorgesehenen temporären Bauten gemäss Baugesetz bewilligungspflichtig sind, hat der Verein am 15. November 2010 ein Baugesuch eingereicht. Dieses lag vom 19. November bis 2. Dezember 2010 öffentlich auf. In der gesetzlichen Auflagefrist gingen insgesamt 33 Einsprachen gegen das Baugesuch ein.