«Ich wurde betrogen»

Nachgefragt

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Kundenberaterin Marianne Graf. (Bild: MIC)

Kundenberaterin Marianne Graf. (Bild: MIC)

Über eine Milliarde tägliche Nutzer zählte Facebook im Jahr 2016. Dass sich darunter einige schwarze Schafe befinden, ist unumgänglich. Seit Anfang Januar ­häufen sich die Meldungen von gefälschten Profilen. Betrüger verschicken Freundschaftsanfragen an Freunde des richtigen Profilinhabers und versuchen so an Handynummern zu gelangen. Die in einem Herisauer Unternehmen tätige Kundenberaterin Marianne Graf hatte das Pech, Opfer eines solchen Facebook-Betrügers zu werden.

Welche Erfahrungen haben Sie auf Facebook gemacht?

Ich erhielt eine Freundschaftsanfrage von einer Kollegin. Ich dachte mir nur, dass sie mich aus Versehen gelöscht hat. Kurz darauf bekam ich eine Nachricht, ich solle ihr meine Handynummer geben, da sie vermutet, dass ihr Handy gehackt worden sei. Kurz darauf empfing ich eine SMS mit einem Code. Diesen sollte ich ihr dann weiterschicken, damit sie ihr Handy entsperren kann.

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie Opfer eines Betrügers geworden sind?

Nachdem ich einen Code schicken sollte, war ich etwas irritiert. Da das Profil dem meiner Freundin eins zu eins glich, leitete ich die Nachricht weiter. Als ich aber noch weitere Codes erhielt und schicken sollte, wusste ich, dass irgendetwas nicht stimmte.

Was haben Sie dagegen unternommen?

Nach dem Zwischenfall kontaktierte ich zuerst die Swisscom. Äusserst unhöflich verwies man auf meine eigene Schuld. Beim zweiten Anruf hatte ich mehr Erfolg und erfuhr, dass eine regelrechte Welle von Betrügern auf Facebook unterwegs war.

Hatte der Täter Zugriff auf Ihre Finanzen?

Glücklicherweise wurde mir kein Geld abgezogen. Der Übeltäter hätte Einkäufe von bis zu 500 Franken machen können. Es ärgert mich, dass Natel Pay von Beginn an aktiviert ist und man es nur über Umwege abschalten kann.

Wie schützen Sie sich in Zukunft?

Als erstes habe ich den Bezahldienst Natel Pay deaktiviert. Gerne verzichte ich auf weitere solcher Überraschungen. Auf Facebook werde ich zukünftig bei Freundschaftsanfragen genauer hinschauen, bevor ich annehme. (mic)