«Ich verspüre Aufbruchstimmung»

Gemeindepräsident für vier Monate. Markus Bänziger sagt, welche Lehren er aus dem temporären Einsatz als höchster Teufner zieht. Und welches die positiven Folgen für die Gemeinde sind.

Bruno Eisenhut
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Seit 2012 gehört Markus Bänziger (FDP) dem Gemeinderat von Teufen an. Nach dem Rücktritt von Gemeindepräsident Walter Grob wurde er im Juli 2016 zum Gemeindepräsidenten ad interim bestimmt. Per 1. November tritt er von dieser Position wieder ab. Er bleibt weiterhin Gemeinderat von Teufen.

Die Gemeinde seit Juni 2016 interimistisch geführt, in dieser kurzen Zeit Prozesse angepasst, neue Gemeinderäte eingeführt, mediale Auftritte gehabt und so schaut es aus, alles bereitgestellt für den künftigen Gemeindepräsidenten. Dieser Markus Bänziger hatte Freude an seinem kurzen Intermezzo auf dem Präsidentenstuhl.

Stimmt, die Aufgabe als interimistischer Gemeindepräsident von Teufen habe ich gerne gemacht. Meinem Nachfolger Reto Altherr werde ich sagen, dass er eine wunderbare Aufgabe antreten kann.

Anfang November übernimmt Reto Altherr das Ruder. Rückblickend, jetzt, wo alles aufgeräumt ist und Sie sich quasi eingearbeitet haben, würden Sie nicht lieber noch ein bisschen bleiben?

Nein. Ich will mich wieder auf meinen Beruf konzentrieren. Ich freue mich auf einen neuen Job und trete dabei eine Herausforderung mit vielen Auslandterminen an. Darauf freue ich mich sehr. Demzufolge verlasse ich dieses Amt mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

In den letzten Monaten standen Sie oft im medialen Rampenlicht. Die Gründe waren Affären um die Gemeinde Teufen. Was haben Sie persönlich aus dem medialen Rampenlicht gelernt?

Die wichtigste Erkenntnis ist für mich eher eine Bestätigung: Politik muss nachvollziehbar sein. Kommunikation ist das Ein und Alles. Man muss den Bürgern in einfachen Worten erklären, worum es geht. Zudem muss offen kommuniziert werden, die Leute hegen Anspruch auf Informationen. Hier gilt es aber auch, den Informationsbedarf und die Neugierde zu unterscheiden.

Teufen machte Negativschlagzeilen. Der Volksmund sagt, dass nichts so schlecht sein könne, dass es nicht für etwas gut sein würde. Wie kann Teufen von der jüngsten Vergangenheit profitieren?

In Teufen verspüre ich jetzt eine starke Aufbruchstimmung. Dies zeigte sich unter anderem an den jüngsten Ergänzungswahlen für den Gemeinderat. Sechs Kandidaten bewarben sich für vier freie Sitze. Im Gemeinderat wird engagiert und sachlich über die Vorlagen diskutiert, ja, um Entscheide gerungen, und dann werden diese gemeinsam getragen. Mit dieser Dynamik bin ich sicher, dass der Ruf von Teufen schnell wiederhergestellt ist.