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«Ich selbst trinke ja gar keinen Kaffee»

KIRCHBERG. Armbänder aus Pferdehaar, Ringe aus Holz, Ketten aus Glasperlen? Das ist kalter Kaffee. Schmuck aus Kaffeekapseln, genauer gesagt aus jenen der Marke Nespresso, das ist hingegen noch relativ neu.
Martina Signer

KIRCHBERG. Armbänder aus Pferdehaar, Ringe aus Holz, Ketten aus Glasperlen? Das ist kalter Kaffee. Schmuck aus Kaffeekapseln, genauer gesagt aus jenen der Marke Nespresso, das ist hingegen noch relativ neu.

An den Hals, nicht in den Müll

Morgens mit Ringen unter den Augen in die Küche geschlurft, eine Nespresso-Kapsel – extra stark – aus dem Spender gezupft, rein damit in die Maschine. Tröpfelnd fliesst ein braunes Rinnsal lebenspendender Flüssigkeit in die Tasse, die Kapsel ist einseitig durchlöchert, hat ihre Arbeit getan und landet im Müll oder wird vorbildlich entsorgt. Nicht so im Bekanntenkreis von Nadja Nagel aus Kirchberg. Hier werden die leeren Kapseln aufbewahrt. Ihr Bestimmungsort ist nicht das Innere eines Müllsacks mit Einwegticket in die Kehrichtverbrennung, sondern das Décolleté, der Arm oder die Hand einer Frau. Nadja Nagel stellt aus gebrauchten und gesäuberten Nespresso-Kapseln Schmuck her. Und auf die Mithilfe von Bekannten und Kollegen ist Nadja Nagel beim Sammeln der leeren Kapseln angewiesen. «Ich selbst trinke ja gar keinen Kaffee.» Oder zumindest nicht genügend, um den Bedarf an Einzelteilen ihrer Schmuckstücke zu decken. Immerhin braucht sie für eines ihrer Armbänder mindestens 15 Kapseln.

Mit dem Gummihammer

Damit die leeren Nespresso-Kapseln keinen Schimmel ansetzen, entfernt Nadja Nagel zuerst die von der Kaffeemaschine durchlöcherte Seite der Kapseln, reinigt sie sorgfältig und lässt sie anschliessend trocknen. Erst dann werden sie verarbeitet. Die gelernte Floristin fädelt die Kapseln nicht einfach in ihrer üblichen Form auf Draht. Um kleine Kunstwerke zu erhalten, die aneinandergereiht glänzende Schmuckstücke ergeben, bekommen die Kapseln eins mit dem Gummihammer übergezogen. Plattgedrückt erhalten sie bereits eine Struktur, die geradezu danach verlangt, zu Schmuck weiterverarbeitet zu werden. Jede Kapsel sieht nach dem Schlag mit dem Hammer etwas anders aus, keine gleicht exakt der anderen.

Kreativität ohne Grenzen

Wenn die Kapseln erst einmal in dieser Form vor Nadja Nagel liegen, sind ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Für einen Fingerring wird die Kapsel nicht ganz flachgedrückt und behält etwas mehr Struktur. Für Armbänder werden die platten Kapseln entweder rund, halbrund oder nur ganz wenig gebogen – je nach Lust und Laune. Nadja Nagel verarbeitet in ihren Schmuckstücken ausserdem nicht nur die Kapseln. «Ich finde immer und überall etwas zum Basteln», erklärt sie lachend und deutet auf Treibholz, das sie beim Grillieren mit der Familie am Fluss gefunden hat, oder auf alte Jeansknöpfe in allen Formen und Variationen. Die Idee der Nespresso-Schmuckstücke hat sie schon vor längerem entdeckt. Ein Armband hatte den Anfang gemacht, und mittlerweile sind noch ganz andere, individuelle Schmuckstücke dazugekommen.

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