Ich nannte ihn Krawatte

Milena Flasar, die 1980 in Wien geborene Autorin, ist Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters.

Ursi Lendenmann, Bibliogais
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Milena Flasar, die 1980 in Wien geborene Autorin, ist Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters.

In ihrer eindringlichen, berührenden Geschichte «Ich nannte ihn Krawatte» macht sie eine Parkbank zur Bühne. Die Bank befindet sich in Japan, könnte aber ebenso gut in unserer westlichen Welt stehen.

Auf der Parkbank begegnen sich zwei Menschen. Der eine ist alt, der andere jung, beide sind aus dem gesellschaftlichen Rahmen gefallen. Beide verweigern sich der Norm, sind Aussenseiter, die dem Leistungsdruck nicht standhalten können.

Erst ihrem fremden Gegenüber erzählen sie nach und nach ihr Leben und setzen so zögernd wieder einen Fuss auf die Erde.

Diese Annäherung zwischen zwei Aussenseitern, die nichts mehr zu verlieren haben und deshalb ehrlich zueinander sind, beschreibt die junge Autorin in zarter, glasklarer Sprache und sie ist ein berührendes, kleines Wunderwerk von Menschlichkeit. Das Buch berührt, wühlt auf und ermuntert hoffentlich möglichst viele Leser, sich auf ihre Mitmenschen einzulassen, auf sie zuzugehen.

Flasar, Milena M.: Ich nannte ihn Krawatte. – Berlin, Verlag Klaus Wagenbach 2012. (ISBN 978-3-8031-3241-3)