«Ich möchte die Freude an Musik weitergeben»

Akkordeon und Schwyzerörgeli sind keinesfalls out. Das beweisen die Zahlen der Musikschule Toggenburg. Vreni Früh aus Nesslau, die Akkordeon und Schwyzerörgeli unterrichtet, bestätigt diese Annahme. Woher dieser Trend kommt, kann sie nicht mit Bestimmtheit sagen.

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Akkordeon und Schwyzerörgeli sind keinesfalls out. Das beweisen die Zahlen der Musikschule Toggenburg. Vreni Früh aus Nesslau, die Akkordeon und Schwyzerörgeli unterrichtet, bestätigt diese Annahme. Woher dieser Trend kommt, kann sie nicht mit Bestimmtheit sagen. Die Pflege der Volksmusik und der bäuerliche Hintergrund von vielen ihrer Schülerinnen und Schüler stecke dahinter, glaubt Vreni Früh, aber sicher auch die Verbundenheit mit Tradition und Brauchtum sowie die Faszination für das Instrument.

Verschiedene Stilrichtungen

Ob Akkordeon oder Schwyzerörgeli, beide Instrumente eignen sich für Anfänger, sagt Vreni Früh. Sie empfiehlt aber das Akkordeon. «Dafür gibt es geschriebene Noten und die Kinder können das anwenden, was sie in der musikalischen Grundschule lernen. Beim Schwyzerörgeli muss man sich viel mehr auf das Gehör verlassen.» Doch in den ersten Musikstunden lässt Vreni Früh die Noten weg und lädt das Kind ein, das Instrument und dessen Töne auf sich wirken zu lassen.

«Akkordeon ist ein anspruchsvolles Instrument», findet die Musiklehrerin, «denn eine Person allein spielt mehrstimmig, mit Violin- und Bassschlüssel. Zudem wird der Ton durch die eigens vollbrachte Regelung der Luft selbst erzeugt.» Früher habe man mit der rechten Hand die Melodie gespielt und mit der linken die Begleitung.

Mitsamt der Klasse gewechselt

Vreni Früh empfiehlt ihren Schülern aber so genannte M3-Instrumente, mit denen sie mit der linken Hand sowohl Melodien wie auch Begleitungen spielen können. «Mit einem solchen Akkordeon kann man alle Musikrichtungen spielen, auch moderne Lieder oder klassische Stücke», bringt es Vreni Früh auf den Punkt. Trotzdem: Das Repertoire ihrer Schüler umfasst vor allem Volksmusik. «Auf Wunsch der Schüler», betont die Lehrerin. Sie sieht darin einen Vorteil: «Man kann kreativ sein und die Töne zusammen basteln.

So kann man aus dem Stück das machen, was man will», erklärt sie. Den Wunsch, Akkordeon und Schwyzerörgeli zu unterrichten, hatte Vreni Früh seit ihrer Kindheit. «Meine Familie war nicht musikalisch, aber mein Gotti hat Akkordeon unterrichtet. Das wollte ich auch», erzählt sie. Nach der Schule hat sie ein Teilstudium am Konservatorium Winterthur absolviert und das Lehrdiplom erlangt.

Danach arbeitete sie zuerst im Musikhaus Wachter-Rutz in Rorschach – eben bei ihrer Gotte – und später gab sie privat Musikunterricht in einigen Toggenburger Gemeinden. «Dabei hat mir die Zusammenarbeit mit anderen Musiklehrern gefehlt», sagt sie. Sie ist dann, zusammen mit ihren Schülern, zur Musikschule Toggenburg übergetreten. «Die Schulleitung war offen und sehr hilfsbereit», erinnert sich Vreni Früh.

Sie hat den Wechsel in die Institution nie bereut. «Die Organisation läuft perfekt und uns Lehrern werden viele Arbeiten abgenommen», windet sie der Musikschule ein Kränzchen. Auch das Weiterbildungsangebot und die Betreuung der Lehrpersonen bewertet sie sehr gut. Nicht zuletzt ist es Vreni Früh dank ihrem Engagement in der Musikschule auch möglich, mit anderen Lehrpersonen zusammen zu arbeiten. Gerade in der Volksmusik sei es wichtig, dass die Schüler immer wieder in Formationen spielen können.

Sei es für ein Konzert oder bei den Volksmusiktagen, die jeweils in den Frühlingsferien durchgeführt werden.

Musik gibt Halt im Leben

Trotz ihrem erfüllten Alltag – Vreni Früh ist Mutter von vier Töchtern, führt mit ihrem Mann einen Bauernbetrieb und seit kurzem leitet sie das Restaurant auf der Wolzenalp – hat die Musik für sie einen hohen Stellenwert.

«Für mich ist sie ein Halt im Leben und das möchte ich meinen Schülerinnen und Schülern auf den Weg geben», sagt sie. Bei ihren Töchtern ist ihr das gelungen. Alle spielen unterdessen verschiedene Instrumente: «Zur Hausmusik reicht es», sagt Vreni Früh schmunzelnd. «Mein wichtigstes Anliegen ist, mit der Musik Freude zu vermitteln.

Das musikalische Erlebnis ist gerade in der heutigen Zeit für die Kinder sehr wertvoll, weil es weg vom blossen Konsum, hin zum eigenen Tun führt.»

Sabine Schmid

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