«Ich hatte schon immer eine Sehnsucht nach Gott»

René Sager aus Gonten wird am Samstag in einer Woche in Chur zum Priester geweiht und feiert am Sonntag darauf seine Heimatprimiz in Gonten. Danach wird er in der Pfarrei Wetzikon tätig sein.

Daniel Thür
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René Sager wird der erste Heimatprimiziant seit 60 Jahren in Gonten sein. (Bild: Daniel Thür)

René Sager wird der erste Heimatprimiziant seit 60 Jahren in Gonten sein. (Bild: Daniel Thür)

Wetzikon/Gonten. Nach seiner regulären Schulzeit besuchte René Sager das Lehrerseminar in Zug. Danach unterrichtete er zwei Jahre als Lehrer im Kanton Thurgau. «Die Sehnsucht nach Gott habe ich schon als Jugendlicher gespürt», erklärt der 34-Jährige. «Ich fragte mich auch immer wieder, was Gott mit uns Menschen für einen Plan hat, warum wir hier auf Erden sind und was das Leben für einen Sinn hat», so Sager.

Auf dem Jakobsweg

Von diesen Fragen bewegt machte er sich nach seinen ersten zwei Berufsjahren als Lehrer auf den Jakobsweg. Drei Monate war er unterwegs mit sich selbst und mit Gott. «Das war sehr eindrücklich. Ich musste mich mit mir selbst beschäftigen, konnte nicht mehr einfach ausweichen und wusste natürlich nicht, wie es ausgehen wird. Ich vermutete natürlich, dass in Santiago de Compostela nicht alle meine Fragen geklärt sein würden.

Doch ich spürte ganz deutlich, dass ich nicht alleine unterwegs war und dass jemand da war, der mich führte und leitete und mich mehr und mehr darin bestärkte, den Weg mit Gott zu gehen.»

Zurück in der Schweiz begann Sager das Philosophiestudium in Luzern. Er habe diese «Fragerei» und das denkerische Forschen in der Philosophie geliebt. Während dieser Zeit habe sich aber auch Gott immer stärker bemerkbar gemacht, besonders in der Heiligen Messe.

«Die Eucharistiefeier, die Heilige Messe, bei der Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt werden, hat auf mich einen schwer zu beschreibenden Eindruck gemacht. Ich spürte, dass da etwas passiert, was mich zutiefst berührt und was mein menschliches Fassungsvermögen übersteigt.» Nach Abschluss der Philosophie studierte Sager auch Theologie und interessierte sich immer mehr für die Ganzhingabe an Gott, das Priestertum.

Keine einfach Entwicklung

Diese Entwicklung war aber nicht ganz einfach. Da er zu dieser Zeit noch ganz davon überzeugt war, einmal Familienvater zu werden, musste er sich entscheiden. Er war bereits verlobt und doch wurde der Ruf Gottes immer stärker. «Plötzlich war es ganz klar!» Seine Verlobte habe gemerkt, dass in ihm viel vorgegangen sei und konnte diese Entscheidung akzeptieren.

2006 zog René Sager ins Priesterseminar in Luzern ein. Seit einem Jahr arbeitet er nun als Priesteramtskandidat in der Pfarrei Wetzikon und letzten Mai wurde er zum Diakon geweiht. Nun naht der grosse Tag, auf den sich jeder Priesteramtskandidat freut: Die Priesterweihe. Am kommenden Samstag, den 27. November, wird René Sager mit zwei weiteren Kandidaten Bischof Vitus Huonder das Versprechen abgeben, der Kirche treu zu dienen. Danach wird er durch Handauflegung zum Priester geweiht – ein sehr bewegender Vorgang.

«Bereits bei der Diakonenweihe gab es sehr emotionale Momente. Ich lag auf dem Boden – die Arme ausgebreitet – da war es, als ob der Himmel sich öffnete. Deshalb freue ich mich auch auf diesen Augenblick in der Priesterweihe.» Doch genauso wie er sich auf die Weihe freut, ist für Sager die Heimatprimiz ein grosses Ereignis. Traditionellerweise feiert jeder neugeweihte Priester seine erste Heilige Messe dort, wo er aufgewachsen ist.

Die erste seit 60 Jahren

«Eine Heimatprimiz hat es in Gonten seit 60 Jahren nicht mehr gegeben», so René Sager. «Es freut mich sehr, dass ich meine erste Heilige Messe mit den mir vertrauten Menschen aus meiner Heimat feiern darf.»

Die Heimatprimiz findet am Sonntag, 28. November, um 9.30 Uhr statt.