«Ich habe die Verletzung schnell angenommen»

Nachgefragt

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Im Juni 2016 brach sich die Skirennfahrerin Mirena Küng während der Saisonvorbereitung auf dem Gletscher in Zermatt das Schien- und Wadenbein. Mehr als sieben Monate nach dem Sturz erklärt die 28-jährige Appenzellerin, wie ihr Alltag aussieht und ob sie bald wieder auf den Ski stehen wird.

Wie geht es Ihnen nach der schweren Verletzung?

Ich bin zufrieden. Noch ist der Bruch zwar nicht ganz zusammengewachsen. Im Alltag habe ich jedoch kaum mehr Beschwerden und kann wieder normal gehen. Nach der Operation hatte mein Körper zu Beginn Mühe mit der Blutzirkulation. Ich musste sechs Wochen mein Bein hochlagern und war deshalb ans Bett gefesselt.

Wann wird man Sie wieder auf der Skipiste sehen?

Das kann ich noch nicht abschätzen. Als Erstes möchte ich ganz gesund werden, um wieder mit dem Skifahren beginnen zu können.

Wie sieht Ihr Alltag aus? Ich mache Konditionstraining und gehe in die Physiotherapie. Dazu pendle ich zwischen Magglingen und Appenzell. Im Januar habe ich zudem bei der Hohen Kasten Drehrestaurant und Seilbahn AG eine Teilzeitstelle angetreten. Das ist eine gute Abwechslung.

War es schwierig, den Rückschlag mental zu verarbeiten?

Ich habe die Verletzung schnell angenommen und schaue vorwärts. Es macht keinen Sinn, darüber noch lange zu lamentieren.

Trotz Verlust der Swiss-Ski-Kaderzugehörigkeit hatten Sie sich im Frühling 2016 zur Fortführung der Karriere entschlossen. War das rückblickend ein Fehler?

Nein, diese Entscheidung habe ich bis jetzt nie bereut.

Erhalten Sie in Ihrer jetzigen Situation Unterstützung vom Verband?

Nein, ich gehöre ja nicht mehr dem Kader an. Abgesehen davon ist Skifahren sowieso ein Einzelsport, was mir eigentlich gefällt. Mit den Jahren verfüge ich über ein grosses Netzwerk und weiss, wo ich Hilfe erhalten kann. Zudem habe ich ein familiäres Umfeld, das mich immer sehr unterstützt. (cal)