Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Ich finde, wir müssen Caronis Sitz angreifen» – darum steigt Reto Sonderegger als wilder Kandidat in die Ständeratswahlen ein

SVP-Politiker Reto Sonderegger möchte Andrea Caroni das Feld nicht kampflos überlassen und hat überraschend seine Kandidatur für den Ständerat bekanntgegeben – zum Unmut seiner Partei.
Alessia Pagani
Reto Sonderegger (SVP) (Bild: PD)

Reto Sonderegger (SVP) (Bild: PD)

Die SVP gab am Mittwoch überraschend bekannt, dass sich der Herisauer Reto Sonderegger als Ständeratskandidat zur Verfügung stellen wird. Die Parteileitung hatte erst kurz zuvor von dessen Plänen erfahren. Auf Nachfrage nennt Sonderegger als Grund für seinen Entschluss einen einfachen: die Auswahl.

«Ich wollte nicht weiter zusehen, dass Andrea Caroni konkurrenzlos antritt. Das hatte mich bei den Wahlen vor vier Jahren bereits gestört.»

Er könne nicht verstehen, dass seine Partei trotz Angriffs der FDP auf den SVP-Nationalratssitz diesen Umstand billige und keine Gegenkandidatur aufstelle, so Sonderegger.

«Ich finde, wir müssten Caronis Sitz angreifen.»

Dafür habe es allerdings innerhalb der Partei nie Anzeichen gegeben, weshalb er nun selber aktiv geworden sei. «Ich fühle mich weder von Andrea Caroni noch von der FDP im Allgemeinen vertreten», erklärt der Herisauer. Obwohl die Kandidatur für alle überraschend kam, will Sonderegger nicht von einem Schnellschuss reden: «Ich hatte schon lange die Idee, dass ich kandidieren würde, falls sich kein Kandidat aufstellt.»

«Entsagte Unterstützung ist nachvollziehbar»

Pikant an der Sache: Erst am 20. August hatten sich die Delegierten der Ausserrhoder SVP für den FDP-Politiker Andrea Caroni ausgesprochen. Sonderegger hat seine Kollegen mit seinem Alleingang überrumpelt. Wie die Partei bekannt gibt, bleibt sie auch nach der jüngsten Entwicklung bei ihrem Entscheid. Sonderegger verneint sie jegliche Unterstützung, auch eine finanzielle. Im Vorfeld hatte die SVP noch versucht, Sonderegger die Kandidatur auszureden, aber ohne Erfolg. Sonderegger ist nicht nur Herisauer Einwohnerrat, sondern ebenfalls Vizepräsident der SVP Herisau. Auch im Gemeindeparlament ist der 43-Jährige in der Vergangenheit mit Sololäufen aufgefallen.

«Ich habe mich daran gewöhnt, dass ich nicht immer die Meinung der Partei treffe. Bei wichtigen Themen bin ich allerdings ganz auf deren Linie.»

Für Sonderegger ist die verweigerte Unterstützung seiner Partei zwar ärgerlich, aber nachvollziehbar. «Damit kann ich leben. Ich bin mit meiner Kandidatur wohl etwas zu spät gekommen.» Seine Chancen schätzt der Vater eines achtjährigen Buben als intakt ein. «Es gibt viele Wähler, die Andrea Caroni nicht unterstützen. Ich hoffe natürlich, dass der eine oder andere SVP-Wähler mir die Stimme gibt.»

Im Vorfeld der Delegiertenversammlung hatte sich Sonderegger nie bei der Parteileitung für eine Kandidatur gemeldet. Dies verwundert auch FDP-Ständerat Andrea Caroni. Dieser sagt:

«Dass er seine Absichten an der DV seiner Partei verborgen hat, ist speziell.»

Für Caroni ändere sich dadurch allerdings nichts. «Wir sind auf solche Fälle vorbereitet und werden nun die Kampagnen hochfahren.» Caroni wird nicht nur von der SVP unterstützt, sondern auch von CVP, EVP und Gewerbe – entsprechend gelassen bleibt er ob der Gegenkandidatur. «Ich bin überzeugt, dass die Stimmberechtigten meine Erfahrung, mein Netzwerk im Bundeshaus und mein langjähriges Engagement für Ausserrhoden zu beurteilen wissen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.