«Ich bleibe mit dem FCK verbunden»

Während mehr als drei Jahrzehnten hat sich Walter Dudli als Funktionär für «seinen» FC Kirchberg eingesetzt, zuletzt während 14 Jahren als Präsident der Spielkommission. Nun lässt er sich mit 62 Jahren frühzeitig pensionieren und wandert Ende Februar nach Thailand aus.

Beat Lanzendorfer
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Walter Dudli wird die Schweiz Richtung Thailand verlassen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Walter Dudli wird die Schweiz Richtung Thailand verlassen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

FUSSBALL. Wer in den vergangenen dreissig Jahren im administrativen Bereich mit dem FC Kirchberg zu tun hatte, kam nicht an Walter Dudli vorbei. Der gebürtige Wittenbacher war viele Jahre Seniorenobmann und bekleidet seit 2001 das Amt des Spikopräsidenten. Als Mitglied bleibt er dem Fussballclub erhalten, sein Amt stellt er an der Hauptversammlung am 20. März allerdings zur Verfügung.

Ein Spätstarter

Von Wittenbach kommend übernahm die Familie Dudli im Jahre 1956 die Käserei Dietschwil. Walter, damals drei, machte fortan mit seinen neu gewonnenen Kollegen die Gegend um das Dorf unsicher – auf harmlose Art wohlverstanden. «Wir rannten in jeder freien Minute dem Ball nach, die Wiesen im und ums Dorf waren dafür bestens geeignet.» Mit dem FC Kirchberg im Nachbardorf kam Walter Dudli erst mit dem Übertritt in die Sekundarschule in Kontakt.

«Fritz Lüthi erhielt damals vom Vorstand den Auftrag, mit mir Kontakt aufzunehmen, so trat ich mit 14 Jahren dem FC Kirchberg bei.» Der Jungspund gehörte zwei Saisons den Junioren an, bevor er ans «Gymi Appenzell», die heutige Kantonsschule, wechselte und mit 20 Jahren seine Matura ablegte. «Damals wurden am Gymi speziell die Leichtathleten gefördert. Ich trainierte mit und nicht umsonst hat es später geheissen, der Dudli ist pfeilschnell», weiss er mit einem Schmunzeln zu berichten. Nach seiner Rückkehr nach Kirchberg wurde er eine Teamstütze der 2. Mannschaft. Den Sprung ins Fanionteam schaffte er hingegen nicht, auch darum, weil er in einem Spiel gegen Flawil das Bein brach. «Kirchberg spielte Anfang/Mitte der Siebzigerjahre in der 2. Liga und hatte eine starke Mannschaft. Die Gebrüder Röbi und Andreas Wili, Christian Häne oder Paul Güntensperger waren wichtige Teamstützen», so Walter Dudli.

Der zweite Beinbruch

Weil es mit der ersten Mannschaft auf der Sonnmatt nicht so recht klappte, entschloss sich der damals 24-Jährige zum Wechsel nach Bazenheid.

Der dortige Präsident hiess Alois Stehrenberger, der die Geschicke des Vereins von 1975 bis 1981 leitete. Anschliessend übernahm Markus Böni, der 34 Jahre später noch immer die Fäden in Händen hält. «Die drei Jahre auf dem legendären Rotwaldplatz bleiben mir in schöner Erinnerung. Ich spielte unter anderem mit Albert und Markus Böni, Roli Jünger, Hans <Hasä> Stadler oder auch Urs Nadig zusammen. Leider ging die Zeit bei Bazenheid abrupt zu Ende. Ich schoss gegen Uznach ein Tor, der anschliessende Zusammenprall mit dem Torhüter endete mit meinem zweiten Beinbruch. Weil keine Bahre vor Ort war, wurde kurzerhand die Türe des Materialgebäudes zweckentfremdet. Im Simca von Martin Stadler ging es dann ins Spital nach Wil. Heute kann ich darüber lachen, damals war der Unfall aber ziemlich schmerzhaft.» Walter Dudli, der als Juniorentrainer auch Harald Gämperle, heutiger Assistent der Berner Young Boys, trainierte, hängte nach Komplikationen, die ihn zu einem vierwöchigen Spitalaufenthalt zwangen, seine Fussballstiefel an den Nagel – vorerst.

Nach seiner Genesung übernahm er die Bütschwiler A-Junioren. Weil er sich beim Erwerb des Trainerdiploms unter Markus Schüepp einen Knochenriss zuzog, hielt er es für angezeigt, dem Fussball auch als Trainer den Rücken zu kehren und eine Pause einzuschalten.

Wohnsitz in Sirnach

Walter Dudli, der während 39 Jahren bei der Winterthur Versicherung (heute AXA Winterthur) arbeitete und daher aus verkehrstechnischen Überlegungen vor 33 Jahren Wohnsitz in Sirnach nahm, spielte in den Jahren nach seinem Rücktritt Firmenfussball und übernahm bei seinem Arbeitgeber auch administrative Aufgaben rund um den Sportclub. 1984 folgte er dem Ruf von Röbi Wili und kehrte zum FC Kirchberg zurück.

Seit dieser Zeit spielt er bis heute im Senioren- beziehungsweise Veteranenteam wieder aktiv Fussball. Mit der Rückkehr auf die Sonnmatt vor drei Jahrzehnten begann dann eine Epoche, die von Walter Dudli entscheidend mitgeprägt wurde. So war er als Seniorenobmann (1989 bis 1994) auch Mitbegründer des Freitagsstamms. Eine Zusammenkunft, die noch heute gehegt und gepflegt wird. Als Juniorentrainer und Organisator der Rundenläufe 1991/1992, Eröffnung Sonnmatt, und 2001, Erweiterung Clublokal, übernahm er wichtige Chargen. Mit der Übernahme des Spikopräsidenten vor 14 Jahren war er dann das entscheidende Rädchen im administrativen Ablauf. An der Front blieb er trotzdem, denn von 2008 bis 2013 war er auch Sportchef. Nun geht das halbe Jahrhundert, in dem Walter Dudli mit dem Fussball verbunden war, an der Hauptversammlung zu Ende. So eng sieht es der in wenigen Wochen Pensionierte aber nicht: «Ich bleibe mit dem FC Kirchberg verbunden und dreimal im Jahr bin ich sicher in der Schweiz und werde dann oft auf den Fussballplätzen der Region zu sehen sein.»

Die Kirchberger Senioren Ende der Achtzigerjahre: Christian Häne, Paul Müller, Franz Räbsamen, Felix Fust, Bruno Schöb, Ernst Bosshart, Walter Wiesli, Andreas Wili und Platzwart Sepp Egli (oben, von links). Walter Dudli, Bert Forrer, Röbi Wili, Bruno Breitenmoser, Erwin Maurer, Heinz Güntensperger und Pius Büeler (unten, von links). (Bild: pd)

Die Kirchberger Senioren Ende der Achtzigerjahre: Christian Häne, Paul Müller, Franz Räbsamen, Felix Fust, Bruno Schöb, Ernst Bosshart, Walter Wiesli, Andreas Wili und Platzwart Sepp Egli (oben, von links). Walter Dudli, Bert Forrer, Röbi Wili, Bruno Breitenmoser, Erwin Maurer, Heinz Güntensperger und Pius Büeler (unten, von links). (Bild: pd)

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