«Ich bin keine Bankerin»

Claudia Menet ist die neue Sekretärin bei der Landeskirche. Diese Arbeit sieht sie als willkommene «Mischform». Da jeder Monat anders ist, lernt sie noch immer jeden Tag dazu.

Johannes Wey
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Claudia Menet mag ihre Arbeit aufgrund des sozialen Bezuges. (Bild: jw)

Claudia Menet mag ihre Arbeit aufgrund des sozialen Bezuges. (Bild: jw)

trogen. «Ich habe gemerkt, wie viel mir die Arbeit für Institutionen, die im sozialen Bereich tätig sind, bedeutet», sagt Claudia Menet. Die 31-Jährige ist seit März Sekretärin der Kirchenratsschreiberin Jacqueline Bruderer mit einem 30-Prozent-Pensum. Bevor sie die Stelle bei der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell angetreten hat, half sie beim Behindertensportverband PluSport als Betreuerin aus – auch heute hilft sie dort zweimal in der Woche in den Turnstunden.

Eine gute Mischform

Zuvor war Menet bei der Migrosbank angestellt. «Ich bin keine Bankerin», sagt sie, «aber ich habe halt eine kaufmännische Ausbildung gemacht.» Eine Umschulung komme für sie im Moment nicht in Frage. Trotzdem fühlt sie sich wohler, wenn sie in einer Institution mitarbeiten kann, die sich auch mit sozialen Aufgaben auseinandersetzt. Menet ist in einem Behindertenheim, der Valida in St. Gallen, aufgewachsen, wo ihre Eltern arbeiteten. «Die Arbeit bei der Kirche ist für mich eine gute Mischform.

» Hier bearbeitet sie unter anderem Kollektengesuche, die in grosser Anzahl eingehen – auch jetzt liegt ein dicker Stapel auf ihrem Tisch. Für die Kollekten führt Menet auch die Buchhaltung. Andere Tätigkeiten sind beispielsweise Versände oder das Vorbereiten der Kirchenratssitzungen.

Kein Monat wie der andere

Obwohl Menet schon seit März bei der Landeskirche arbeitet, lernt sie immer noch jeden Tag dazu. Jeden Monat gebe es andere Aufgaben. «Wahrscheinlich werde ich ein ganzes Jahr brauchen, um Routine zu bekommen.

» Die Arbeiten, die sie schon beherrsche, gefallen ihr gut – bei den anderen «kämpft» sie sich durch.

Religiosität ist wichtig

Menet sagt von sich, dass sie ein religiöser Mensch ist: «Ich sitze zwar nicht jeden Sonntag in der Kirche in der ersten Reihe.» Doch es sei ihr wichtig, dass ihr siebenjähriger Sohn mit auf den Weg bekomme, dass ihre Eltern die Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinschaft pflegen. Ausserdem wird sie im nächsten Jahr kirchlich heiraten.

Dass Menet, die in St. Gallen in der «Flade» zur Schule ging, Katholikin ist, sei allerdings beim Vorstellungsgespräch kein grosses Thema gewesen.

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