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«Ich bin im Herbst meiner Karriere»

Michael Bless erklärt, warum sich SRF-Schwingexperte Adrian Käser irrt oder warum er mit Bart und Haarpracht zum Hipster avanciert. Ein Gespräch mit dem Modelathleten, der sich in einer guten Saison befindet.
Interview: Bruno Eisenhut
Am NOS 2018 stand Michael Bless (oben) im Schlussgang. In seiner Karriere gewann der Gaiser bisher 80 Kränze. (Bild: Lorenz Reifler)

Am NOS 2018 stand Michael Bless (oben) im Schlussgang. In seiner Karriere gewann der Gaiser bisher 80 Kränze. (Bild: Lorenz Reifler)

Der Gaiser Schwinger Michael Bless gehört seit Jahren zur nationalen Spitze. In dieser Saison war er schon mehrmals dem ganz grossen Erfolg sehr nahe.

Schlussgangteilnehmer am NOS und am Bergschwinget auf dem Weissenstein zudem bisher fünf Kränze. Wie zufrieden sind Sie mir der laufenden Saison?

Mit den bisherigen Resultaten bin ich sehr zufrieden. Dass ich aber besser in Form sein soll als in früheren Jahren, bezweifle ich.

Dann hat sich SRF-Schwingexperte Adrian Käser anlässlich seiner Moderation des Weissensteinschwingets also geirrt, als er gesagt hat, dass er Michael Bless noch selten so angriffig und explosiv gesehen habe?

Es macht den Anschein. Ich gehe mit der gleichen Einstellung wie in den Vorjahren in die Wettkämpfe. Auch meine Form empfinde ich nicht anders als in anderen Jahren.

Gleiche Einstellung, gleicher Formstand wie in den Vorjahren, also. Worauf könnten die guten Ergebnisse sonst noch zurückzuschliessen sein?

Mag sein, dass ich in der laufenden Saison über mehr Wettkampfglück verfüge als in früheren Jahren. Besser auf die laufende Saison vorbereitet habe ich mich jedenfalls nicht. Im Gegenteil.

Sie sagen «im Gegenteil». Wie ist das zu verstehen?

Mit dem Zuwachs unserer Tochter hat sich meine Familiensituation verändert. Zudem habe ich eine berufliche Weiterbildung absolviert. Beides führt dazu, dass sich meine Prioritäten ein bisschen verändert haben.

Aktuell belastet ein möglicher Dopingfall den Schwingsport. Ist dieser Fall unter den Schwingern ein Thema?

Ja, wir Schwinger diskutieren auch über diesen möglichen Fall. Auch die früheren Fälle sind in diesem Zusammenhang unter uns Schwingern wieder zum Thema geworden. Öffentlich äussern möchte ich mich aber dazu nicht.

Schwingen steht für Kollegialität und Kameradschaft. Ob Sieg oder Niederlage, man gibt sich nach dem Kampf die Hand und respektiert sich auf freundschaftlicher Basis? Verspüren sie ob solcher Dopingfälle plötzlich Misstrauen gegenüber anderen Schwingern?

Ich verspüre kein Misstrauen gegenüber den anderen Schwingern und ein solches bildet sich bei mir aktuell auch nicht. Im Schwingsport ist es aber leider wie überall: Schwarze Schafe sind auch hier nicht auszuschliessen.

Im Jahr 2008 realisierten Sie Ihren ersten Kranzgewinn. Inzwischen sind es 80 Exemplare geworden. Welcher Stellenwert hat ein Kranz inzwischen für Sie?

Ich freue mich noch immer über jeden Kranz. Aber ich stelle fest, dass die Erwartungen an mich von mir, aber auch von meinem Umfeld, im Laufe der Jahre höher geworden sind.

Die Marke von 100 Kränzen ist in den Medien immer wieder ein Thema. Auch für Sie?

Ich schenke der Marke von 100 Kränzen keine Beachtung. Allein schon meine noch bevorstehende Aktivzeit schliesst das Erreichen dieser Marke aus. Ich befinde mich im Herbst meiner Schwingerkarriere.

Junge Schwinger wie Armon Orlik oder Samuel Giger setzen die arrivierten Schwinger unter Druck. Mussten Sie Ihr Pensum, Ihre Erholungszeit oder Ihre Schwingfestintensität anpassen, um gegen die Jungen bestehen zu können?

Die beiden Schlussgangniederlagen haben gezeigt, dass ich eben nicht mehr ganz bestehen kann. Ich finde es aber gut, dass die jungen Schwinger Druck ­machen. Auch innerhalb des ­Appenzeller Teams nehme ich, diese Entwicklung war und stelle fest, dass dies zu einer anspornenden Gruppendynamik führt.

In der laufenden Saison hat sich Ihr Äusseres verändert. Bart und Frisur lassen Sie als trendigen Hipster erscheinen. Sind die langen Haare oder der Bart kein Hindernis im Sägemehl?

Mit den langen Haaren will ich dem Trend meiner gleichaltrigen Kollegen entgegnen. Diese tragen ihr Haar mit zunehmendem Alter kürzer. Im Training oder an den Schwingfesten stören mich die langen Haare nicht. Dennoch werde ich diese früher oder später wieder kürzen.

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