Ich, Bier und kreischende Teenies

Ich habe bereitwillig zugesagt, das Konzert von Bastian Baker zu besuchen. Dabei habe ich gar nicht gewusst, wer oder was dieser Baker ist. Diese Woche erfuhr ich aus der Zeitung: Der Musiker ist ein Teeniestar.

Patrik Kobler
Merken
Drucken
Teilen
Appenzeller (Bild: Patrik Kobler)

Appenzeller (Bild: Patrik Kobler)

Ich habe bereitwillig zugesagt, das Konzert von Bastian Baker zu besuchen. Dabei habe ich gar nicht gewusst, wer oder was dieser Baker ist. Diese Woche erfuhr ich aus der Zeitung: Der Musiker ist ein Teeniestar. Ein Teeniestar! Hilfe!

Im letzten Moment versuchte ich, mich aus der Affäre zu retten, ich heizte den Fieberthermometer auf 42 Grad, zeigte grosses Interesse an der TV-Dokumentation «Otter zwischen den Welten» und bot grosszügige Bestechungsgelder. Meine Frau blieb hartherzig und schleifte mich ans Konzert mit. Sie wollte Baker sehen. Und mit ihr noch einige hundert weitere Frauen. Alle waren wie aus dem Ei gepellt: geputzte Schuhe, polierte Klunker, geschmackvoll arrangierte Pferdeschwänze.

Die Hackordnung war klar: Vor der Bühne die kreischenden Teenies, in der Mitte Mütter auf Freigang, ganz hinten wir müden Tiger, die schon Vieles gesehen haben: Herisau im Frühling, Herisau im Sommer, Herisau im Herbst, Herisau im Winter. Wir klammerten uns an die Bierbüchse und warteten stoisch auf das Ende.

Der Charmebolzen mit französischem Akzent hatte es nicht eilig. Er spielte seinen Song wieder und wieder. Tanzte mit den Girls und lud sie zum Spazieren ein. Vielleicht spielt er noch immer, vielleicht entflicht er Pferdeschwänze. Ich weiss es nicht. Wir haben das Ende nicht mitbekommen, da mich meine Frau frühzeitig erlöste. Der Deal: einen Monat lang Hemden bügeln.