iBrows AG verlagert Standort nach Zürich

Das Wattwiler IT-Unternehmen iBrows zieht sein operatives Geschäft von Wattwil ab und verlegt es per Anfang 2015 nach Zürich. Grund für die Verlagerung sei, dass es immer schwieriger werde, geeignete Fachkräfte ins Toggenburg zu holen.

Urs M. Hemm
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Olivier Kofler, CEO iBrows AG, verlässt Wattwil nur ungern. Der Mangel an Fachkräften lässt ihm aber keine andere Wahl. (Bild: Urs M. Hemm)

Olivier Kofler, CEO iBrows AG, verlässt Wattwil nur ungern. Der Mangel an Fachkräften lässt ihm aber keine andere Wahl. (Bild: Urs M. Hemm)

WATTWIL. Sie hätten es sich auch anders gewünscht und sich mit der Entscheidung schwer getan, sagt Olivier Kofler, CEO der iBrows AG. «Es wurde einfach immer schwieriger, Fachkräfte ins Toggenburg zu holen.» Der Mangel an geeigneten Spezialisten in der IT-Branche im allgemeinen, im speziellen aber im ländlichen Raum, mache es unmöglich, den Standort Wattwil in dieser Weise aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund verlagert die iBrows AG ihr operatives Geschäft mit Anfang nächsten Jahres ganz an ihren Standort in Zürich.

Weiterhin in Wattwil vertreten

Für die Kunden aus der Region Toggenburg werde sich mit der Verlagerung des Geschäfts praktisch nichts ändern, versichert Olivier Kofler. «Wir behalten an unserem Sitz am Reinluftweg in Wattwil nach wie vor Konferenz- und Seminarräume, um dort Kunden empfangen zu können», erläutert er. Die vier bisher in Wattwil beschäftigten Mitarbeiter werden zwar alle in Zürich arbeiten, Termine vor Ort könnten aber dank der vorhandenen Räumlichkeiten jederzeit wahrgenommen werden. «Es ist uns wichtig, diesen Bezug zum Toggenburg zu behalten, da wir den Menschen hier aus der Region viel zu verdanken haben», sagt Kofler. Hier hätten sie vor acht Jahren ihre ersten Geschäftsbeziehungen geknüpft, von denen die meisten bis zum heutigen Tag Bestand hätten, und von Beginn an viel Unterstützung erhalten, so der CEO.

Steigender Fachkräftemangel

Für den steigenden Fachkräftemangel im ländlichen Bereich in der IT-Branche sieht Olivier Kofler vor allem zwei Gründe. Zum einen nennt er den Standort der entsprechenden Fachhochschulen. «Diese befinden sich alle in einer urbanen Umgebung, wo neben den Ausbildungsmöglichkeiten alles für junge Erwachsene vorhanden ist.» Speziell für Junge werde so der Schritt zurück aufs Land immer schwieriger. Zum anderen, und dies ist laut Olivier Kofler der Hauptgrund, sind entsprechende Aufstiegsmöglichkeiten in kleineren Firmen beschränkt. «Es ist eine Tatsache, dass sich die grösseren Firmen in der Branche in Städten oder deren unmittelbaren Agglomeration angesiedelt haben. Will sich ein junger Fachspezialist die Sporen abverdienen und Aufstiegsmöglichkeiten wahrnehmen, ist das nur in Firmen möglich, die eine gewisse Grösse haben und am richtigen Ort sind», so Kofler.

Wolle die iBrows AG ihre Wachstumschancen wahrnehmen, sei daher die Verlagerung nach Zürich unumgänglich geworden.