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«I nähm denn s’Gfell… »

Brosmete
Hansruedi Diem

Für meine Weiterbildung benötigte ich ein Englisch-Zertifikat im mittleren Level. Dies zwang mich nach mehreren Jahren, wieder Englisch zu büffeln. Eigentlich hatte ich diese Sprache immer lieber als Französisch, doch anscheinend nimmt man, mit zunehmendem Alter, Fremdsprachen weniger schnell auf und ich hatte ständig das Gefühl, dass ich alles immer wieder vergesse. So kam nun der grosse Tag der Prüfung und ich hatte bereits im Voraus grösste Bedenken. Während knapp drei Stunden wurden wir in Lesen, Schreiben, Reden und Hören getestet. Zwischenzeitlich fühlte ich mich derart überfordert, dass ich nicht mehr sicher war, ob ich fälschlicherweise in einer Spanischprüfung gelandet war. Beim Reden durfte ich gemeinsam mit einem mittlerweile mehrjährigen «Schuelgspändli» meine Künste zwei Expertinnen vorführen. Die beiden Frauen mittleren Alters fragten uns diverse Sachen und alles was ich nicht verstand, konnte meine Kollegin präzise beantworten. Ich hätte den beiden Expertinnen wohl besser ein Zäuerli vorgeführt als meine Englischkenntnisse. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die beiden Damen Mitleid mit mir, dem notorischen Stotterer, hatten und sich meiner erbarmten. Nach dieser Prüfung fühlte ich mich, als ob ich eine Nacht im Tumbler verbracht hätte und war schlicht durchgebraten. Ich hatte ein derart schlechtes Gefühl, dass ich mir gleich ein weiteres Englischbuch kaufte und mich widerwillig wieder an die Arbeit machte. Meiner Familie jammerte ich nun die ganze Zeit mein Leid vor. Nach etwa einem Monat kam das Resultat. Bestanden! Und zwar drei Punkte über dem erforderlichen Minimum. Na hallo, was war denn da passiert? Hatten sich die Experten verrechnet oder gar meine Prüfung mit der des Nachbarn vertauscht? Ich weiss es nicht und es ist mir auch egal, denn bestanden ist bestanden. Oder wie meine Mutter jeweils zu sagen pflegt: «I nähm denn s’Gfell ond lääst de eene de Verstand.»

Hansruedi Diem

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