Hurende Rosas und Dirnen-Ohren

Wenn Tinas Tee nach Anisette schmeckt und wir aus der Rheinpalme Paniermehl machen, wenn Regina und Bert im Biergarten sitzen, das Testat zugleich ein Attest ist, Gier und Elan in Rangelei ausarten und der Gratin hart wie Granit wird, dann – ja dann sind

Monika Egli
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Bild: Monika Egli

Bild: Monika Egli

Wenn Tinas Tee nach Anisette schmeckt und wir aus der Rheinpalme Paniermehl machen, wenn Regina und Bert im Biergarten sitzen, das Testat zugleich ein Attest ist, Gier und Elan in Rangelei ausarten und der Gratin hart wie Granit wird, dann – ja dann sind wir in die Welt der Anagramme eingetaucht. So begeben wir uns mit Rieseneifer auf die Ferienreise, und zwar nach Grenoble, Gorleben und Leonberg oder noch besser ganz arglos nach Goslar, wo wir dann Salbe aus Basel für die Blase brauchen. Wir spielen ein Solo in Oslo, raten en gros im Rosengarten, bauen in Grub eine Burg und tragen in Appenzell Alpenpelz.

Anagramme zu bilden – aus den Buchstaben eines Wortes ein neues Wort zu kreieren – ist eine spannende Angelegenheit. Sie verkürzt das langweilige Stau-Fahren (Ansteh-Frau) und hält das Gehirn fit (greift ihn). Je länger man sich damit befasst, je häufiger springen einen die Anagramme direkt an. Aus Brosmete wird Obstmeer, aus Zitronensaft ein Fronteinsatz und aus dem Chalet ein Achtel. Was lässt sich aus Ausserrhoden machen? Oha: Hurende Rosas (ich kann nichts dafür). Und aus Innerrhoden? Dirnen-Ohren.

Ursprünglich war es mein Name, der mich ins Bilden von Anagrammen führte. Nein, nicht Monika, das ergibt nur ein unsinniges «am Kino». Aber Egli ist ergiebig: Nebst dem Fisch wird daraus ein Säugetier, der Igel, ein Restaurantname, die Ilge, ein Ausweis, die Legi, und – es ist einfach «geil, Egli» zu heissen.

Bild: Monika Egli

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