«Hundwil ist besser als sein Ruf»

Der ehemalige Gemeindepräsident Hans Menet ist in Hundwil geboren und war hier fast 30 Jahre als Lehrer tätig. Er erinnert sich noch daran, dass die Gemeinde einst 1300 Einwohner hatte, rund 300 mehr als heute.

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Der ehemalige Gemeindepräsident Hans Menet. (Bild: Karin Erni)

Der ehemalige Gemeindepräsident Hans Menet. (Bild: Karin Erni)

Der Grund für den Bevölkerungsschwund liegt für Menet darin, dass man lange Zeit bewusst ein Bauerndorf habe bleiben wollen. Mit den Jahren wurden die Landwirtschaftsbetriebe flächenmässig grösser und die Familien immer kleiner. Das liess die Bevölkerung schrumpfen. Wirtschaftlich seien die ansässigen handwerklichen Betriebe von Bedeutung. «Sie haben sich zum Teil erfreulich entwickelt, doch kommen die meisten Beschäftigten von auswärts», so Menet. Mangels geeigneten Baulands zeigten kaum Firmen Interesse, sich hier anzusiedeln. Einige Kleinbetriebe und Restaurants sind eingegangen, so ist von den einst fünf Kleinbäckereien noch eine, dafür leistungsfähige, übrig geblieben. Über diese ist man froh und auch über die gute Metzgerei.

Das Wohnen in der Streusiedlung sei ideal für Kinder. Dass es keine Kita gibt, sei kein Nachteil, so Menet. «Man hilft sich unter Nachbarn oder in der Familie und einmal wöchentlich bietet die Schule eine Mittagsbetreuung an.» Ein Nachteil sind die oft grossen Distanzen zum Arbeitsplatz und zu den Einkaufsmöglichkeiten. Darum brauchen manche Familien ein zweites Auto.

Die Hundwiler seien insgesamt relativ liberal. «Man lässt einander leben.» Die Abschaffung der Landsgemeinde habe keine grosse Auswirkung gehabt. «Die Hundwiler haben selber für die Abschaffung gestimmt. Es war viel Aufwand und wenig Ertrag.» Im Jubiläumsjahr sei viel los gewesen mit dem Schauspiel auf dem Landsgemeindeplatz. Es habe aber nicht nachhaltig gewirkt. Er selber misst dem Platz keine grosse symbolische Bedeutung zu. «Zwischen den Viehschauen ist er einfach eine Wiese, die gemäht werden muss.» (ker)