HUNDWIL: Hungerjahre im Fokus

Markus Giger erforschte die Situation im Appenzellerland vor 100 Jahren. Die Ergebnisse präsentierte er in der Maturaarbeit.

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115 Maturaarbeiten wurden vergangenes Wochenende an der PMS Kreuzlingen präsentiert. Eine davon von Markus Giger aus Hundwil. Er beschäftigte sich mit der Hungerkatastrophe in seiner Heimat in den Jahren 1816/17, die von einem gewaltigen Vulkanausbruch in Indonesien ausgelöst worden war. In seiner Arbeit wies Giger nach, dass einige der durch die Not angestossenen gesellschaftlichen Entwicklungen bis heute nachwirken. Die mehr nahrhafte als schmackhafte Armensuppe, die der Hundwiler zum Degustieren zubereitet hatte, gehörte zur Freude der Zuhörerinnen und Zuhörer nicht dazu. «Die Schweiz mag damals das Sorgenkind Europas gewesen sein, aber die Krise sorgte immerhin dafür, dass die Eidgenossenschaft zusammenrückte, die Landwirtschaft effizienter und das Strassennetz ausgebaut wurde», lautete sein Fazit. «Wenn heute die Bevölkerung die Ernährungssicherheitsinitiative annimmt, hängt das vielleicht auch mit den historischen Erfahrungen zusammen.» (pd)