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HUNDWIL: Auferstehung der Heiligen Familie

Nach dem Brand im letzten Jahr hat sich die Gemeinde entschieden, die Krippe genau gleich wieder aufbauen zu lassen. Auch die Figuren werden von derselben Künstlerin erstellt– von Sandra Kölla aus Stein.
Astrid Zysset
Künstlerin Sandra Kölla in ihrer heimischen Werkstatt. (Bild: Astrid Zysset)

Künstlerin Sandra Kölla in ihrer heimischen Werkstatt. (Bild: Astrid Zysset)

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

Das Jesuskind ist fertig. Bei Josef fehlt noch der Ausdruck in den Augen, die Nase muss verfeinert und die Oberfläche «schön gemacht» werden. Die Steiner Künstlerin Sandra Kölla blickt auf die vor ihr liegende Figur. «Aber viel zu tun gibt es hier nicht mehr.» Anders sieht es da bei Maria aus. Ihre Gesichtszüge sind zwar bereits zu erkennen, doch fein ausgearbeitet sind sie noch nicht. Auch die Schultern wirken massiv, die Haare als einziger Strunk. Mit Stechbeuteln will Kölla die Details ausarbeiten. Eine zeitaufwendige Arbeit. «Ein wenig beeilen muss ich mich, damit ich rechtzeitig fertig werde. Aber das schaffe ich.» Zum ersten Advent sollen die Figuren auf dem Dorfplatz in Hundwil stehen.

Brandursache konnte nie geklärt werden

Seit rund zehn Jahren ziert jeweils zur Adventszeit im Herzen der Gemeinde Hundwil eine Krippe. Letztes Jahr war sie allerdings abgebrannt. Die Brandursache ist bis heute ungeklärt. Für Gemeindepräsidentin Margrit Müller war schnell klar, dass die Krippe genau gleich wieder aufgebaut werden muss. «Wir hatten viele Nachfragen aus der Bevölkerung.» Darum wurde im vergangenen Sommer einem lokalen Unternehmen der Auftrag erteilt, eine neue Krippe zu zimmern. Auch Sandra Kölla erhielt die Anfrage, ob sie wiederum die Figuren erstellen könnte. Die Künstlerin ist gelernte Steinbildhauerin, hat dann aber vor einigen Jahren angefangen, Werke aus Holz anzufertigen. «Bei Steinen hat man das Gefühl, dass sie ewig bestehen. Bei Holz ist das nicht so.» Schade hatte Kölla es gefunden, als die ersten Figuren niederbrannten. Ein Fernsehteam hatte sie angerufen und um ein Statement ersucht – so erfuhr sie vom Feuer und der Zerstörung ihrer Figuren. Auf den Dorfplatz selbst sei Kölla aber nicht gegangen. «Ich wollte es nicht sehen.»

Die jetzigen Figuren gefallen ihr besser

Heute ist die Welt eine andere. Kölla ist zufrieden mit ihrer Arbeit. «Die jetzigen Figuren gefallen mir sogar noch besser als die letzten.» Warum? Das kann sie selbst nicht erklären. «Die Gesichter sind besser geworden, ­irgendwie stimmiger.» Einstige Vorlagen waren ihre Geschwister. In diesem Jahr bat sie Kollegen, einen Gesichtsabdruck von deren Gesichtern anfertigen zu dürfen. Für das Jesuskind diente als Vorlage eine Puppe. Und dann ging es auch schon los. Mit der Motorsäge wurden die groben Konturen aus dem Holz gesägt, anschliessend begann Kölla zu schnitzen. «Anfangs war es komisch, die genau gleiche Arbeit ein zweites Mal durchzuführen. Aber in der Zwischenzeit habe ich mich daran gewöhnt. Ich weiss schon gar nicht mehr genau, wie die ursprünglichen aussahen.» Eine markante Änderung zur ersten Fassung weisen die jetzigen Figuren allerdings auf: Sie sind kürzer geworden. Der Körper besteht nicht mehr gänzlich aus Holz. Unten wird ein Ständer angebracht, damit die Figuren für den Transport leichter werden. Apropos Transport: Fällt es Sandra Kölla leicht, sich von ihren Figuren ein zweites Mal zu trennen? «Durchaus. Ich weiss ja, wo sie hingehen. Darum macht mir der Abschied nichts aus.» Wie teuer die Wiederherstellung der gesamten Krippe ist, liess Gemeindepräsidentin Margrit Müller nicht verlauten. Nur so viel: «Wir hoffen, den grössten Teil aus den Versicherungsleistungen bezahlen zu können.» Der Wiederaufbau wird zusammen mit dem Verkehrs­verein koordiniert.

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