HUNDWIL: Auf dem Weg zum Wasserlehrpfad

Das neue Pumpwerk und die Aufbereitungsanlage in der Örtlismühle sind fertiggestellt und beliefern das Hinterland mit Trinkwasser. Doch Fritz Leirer, der Initiator des Werkes, hat noch weitere Pläne.

Karin Erni
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Fritz Leirer und Arnold Zellweger am Vorfilter. (Bild: Karin Erni)

Fritz Leirer und Arnold Zellweger am Vorfilter. (Bild: Karin Erni)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Jahrelang flossen Millionen Liter bestes Quellwasser aus dem Hundwiler Buchberg ungenutzt in den Fitzisbach. Die Stadt St. Gallen hatte als Eigentümerin der Quellen nach dem Bau des neuen Seewasserwerks in Frasnacht auf deren Nutzung verzichtet. Weil die Leitungen über Steiner Gemeindegebiet führten, initiierte der damalige Steiner Gemeindepräsident Fritz Leirer den Kauf der Quellen durch die Gemeinden Hundwil und Stein. Die Gemeinden übernahmen auch den späteren Ausbau der Fassungen und die Erstellung der Wasseraufbereitungsanlage zu gleichen Teilen.

Seit Februar in Betrieb

Am 10. Februar, ein knappes Jahr nach dem Spatenstich, hat das Werk den Betrieb aufgenommen. Hier wird das Quellwasser gesammelt, aufbereitet und anschliessend ins Netz der Wasserversorgungskorporation Hinterland eingespeist. Die ersten Erfahrungen sind durchwegs positiv. «Obwohl ein extrem niederschlagsarmer Winter hinter uns liegt, fördern die Quellen die erwartete Wassermenge», sagt Arnold Zellweger. Der Steiner Wasserwart hat den Bau begleitet und kennt die Anlage bestens. Zu tun hat er damit zwar nicht allzu viel, denn sie wird von der Herstellerfirma im Wallis per Fernwartung betreut. Vorläufig wird nur das Wasser der Quellen Fitzisbach und Vorderhaus genutzt. Die Anlage ist aber darauf ausgelegt, in einem späteren Zeitpunkt auch das Wasser der anderen beiden Quellen Fiebet und Schlatt zu verarbeiten. Im Erdgeschoss des Pumpwerks gibt es noch Platz für zusätzliche Filterelemente.Für Fritz Leirer ist mit der Inbetriebnahme des Wasserwerks das Projekt noch nicht abgeschlossen. Ihm schwebt ein Wasserlehrpfad auf dem Siebenbrüggli-Weg vor. Einen ersten Schritt dazu hat die Wasserkommission bereits getan. Sie erteilte der Appenzeller Holzfachschule den Auftrag zur Erstellung eines Wasserrads mit 2,5 Metern Durchmesser. Dieses wird von den Lernenden für die Freizeitarbeitenausstellung, die vom 21. bis 23. April in Teufen stattfindet, angefertigt. Nach der Ausstellung wird das Wasserrad an der Nordfassade des Pumpwerkgebäudes befestigt und über eine hölzerne Leitung mit Wasser aus dem Fitzisbach gespeist. Um die Wasserkraft sichtbar zu machen, soll das Wasserrad dereinst etwas Sichtbares antreiben, sagt Fritz Leirer. «Allerdings kann es wegen der geringen Wassermenge, die uns vom Kanton bewilligt wurde, nur zwei Watt Energie produzieren.» Am ehesten komme daher wohl etwas Bewegliches in Frage.

Die Erstellung des Wasserlehrpfades soll rund 80 000 Franken kosten. Für die Finanzierung habe man bei Stiftungen angefragt, sagt Fritz Leirer. «Für die bereits gesprochenen Beträge übernimmt die Wasserkommission die Verantwortung.»

Hydraulische Pumpe und Grillplatz geplant

Nach und nach sollen weitere Anschauungsobjekte, die mit Wasser zu tun haben, die Ausstellung ergänzen. Geplant ist beispielsweise ein sogenannter Widder, eine hydraulische Pumpe, wie sie auf Alpen eingesetzt wird. Als Ergänzung des Lehrpfades gibt es einen Grillplatz, der in Fronarbeit von den Oberstufen Stein und Hundwil erstellt wird. Am Samstag, 29. April, findet für die Bevölkerung ein Tag der offenen Tür statt.